Fast zwei Minuten lang fährt die Kamera durch eine dunkle Atelierwohnung voller Bilder und Skulpturen. Ein klagender Popsong wird von Streicherklängen getragen und von einem steten Klopfen angetrieben. Der Streicher-Soundtrack stammt vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks, das Klopfen aber kommt aus dem Kinderzimmer der Wohnung. Dort tritt der völlig aufgelöste Lucas (Béla Gabor Lenz) ständig gegen die Möbel – sein T-Shirt und seine Hände sind voller Blut. Seiner Mutter (Jeanette Hain) erklärt er, er habe seine Freundin Kara tot in deren Wohnung gefunden – ihr aber nichts getan.
Die Mutter will seltsamerweise keine weiteren Details erfahren, sondern redet beruhigend auf ihn ein: „Ich bin doch auf deiner Seite!“ Dann versucht sie, das blutige T-Shirt auszuwaschen. Später macht sie aber ein Kunstobjekt daraus. Die allzu innige, fast inzestuös anmutende Beziehung zwischen Mutter und Sohn steht im Zentrum des Frankfurter „Tatorts“.
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TV-Krimi
„Tatort: Kontrollverlust“ aus Frankfurt am Main – plumpe Figuren aus Gips
Der Hausmeister stammt wie die tote Kara aus Sachsen – und wollte sie heimholen. Frank Pätzold hält ein Kurzreferat zum entmündigten Osten. Warum so hölzern? Die TV-Kritik.
3 Min
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Anette Baer (Jeanette Hain) und Paul Brix (Wolfram Koch) in „Tatort: Kontrollverlust“
© HR/Bettina Müller/ARD