UPDATE

TV-Krimi

„Tatort: Kontrollverlust“ aus Frankfurt am Main – plumpe Figuren aus Gips

Der Hausmeister stammt wie die tote Kara aus Sachsen – und wollte sie heimholen. Frank Pätzold hält ein Kurzreferat zum entmündigten Osten. Warum so hölzern? Die TV-Kritik.

3 Min
Anette Baer (Jeanette Hain) und Paul Brix (Wolfram Koch) in „Tatort: Kontrollverlust“

Anette Baer (Jeanette Hain) und Paul Brix (Wolfram Koch) in „Tatort: Kontrollverlust“

© HR/Bettina Müller/ARD

Fast zwei Minuten lang fährt die Kamera durch eine dunkle Atelierwohnung voller Bilder und Skulpturen. Ein klagender Popsong wird von Streicherklängen getragen und von einem steten Klopfen angetrieben. Der Streicher-Soundtrack stammt vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks, das Klopfen aber kommt aus dem Kinderzimmer der Wohnung. Dort tritt der völlig aufgelöste Lucas (Béla Gabor Lenz) ständig gegen die Möbel – sein T-Shirt und seine Hände sind voller Blut. Seiner Mutter (Jeanette Hain) erklärt er, er habe seine Freundin Kara tot in deren Wohnung gefunden – ihr aber nichts getan.

Die Mutter will seltsamerweise keine weiteren Details erfahren, sondern redet beruhigend auf ihn ein: „Ich bin doch auf deiner Seite!“ Dann versucht sie, das blutige T-Shirt auszuwaschen. Später macht sie aber ein Kunstobjekt daraus. Die allzu innige, fast inzestuös anmutende Beziehung zwischen Mutter und Sohn steht im Zentrum des Frankfurter „Tatorts“.

Mit einem Abo weiterlesen

Sie haben bereits ein B+ Abo?

*