Rot sind die Rosen, die Hildegard Knef für sich regnen lassen will. Rot sind die Lichter in dem Flur, durch den die Kamera mit dem Knef-Song fährt. Die „Siebte Etage“ wirkt wie ein Bordell, wird aber „Laufhaus“ genannt. Die leicht bekleideten Frauen, die vor ihren Zimmern sitzen und auf Kundschaft warten, arbeiten auf eigene Rechnung. Der Typ, der von der siebten Etage zu Tode gestürzt wurde, war aber kein Freier, sondern der Haustechniker, ein ziemlich schmieriger Bursche, der ungeniert auf die Klobrille gepinkelt hatte.
Das Rotlichtmilieu wird im Fernsehkrimi oft nach denselben Mustern beleuchtet. Doch in diesem Kölner „Tatort“ gibt es keine brutalen Zuhälter, und auch der stets drohende Voyeurismus wird dem Zuschauer ziemlich drastisch ausgetrieben. Zwar deutet eine Szene zunächst an, dass es zwischen einem Stammkunden (Sascha Goepel) und der Sexarbeiterin Jasmin (Antonia Bill) eine erotische Beziehung geben könnte. Doch nachdem sich der Mann auf die Frau geworfen hat, zeigt Regisseur Hüseyin Tabak eine Reihe fetter Männerkörper und röchelnder Männerköpfe – und blendet unversehens auf den Bauch des nackten Toten auf dem Seziertisch.
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Sonntagskrimi
„Tatort: Siebte Etage“ aus Köln: Die Huren sprechen die Zuschauer ganz direkt an
Ein Stehpinkler ist aus der siebten Etage eines Bordells gestürzt worden. Der Kölner „Tatort“ fragt nach der Täterin und diskutiert den Umgang mit den Sexarbeiterinnen. Gut so? Die TV-Kritik.
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Die Prostituierte Jasmin Backes (Antonia Bill) hat gerade vom Tod ihrer Mutter erfahren.
© Martin Valentin Menke/WDR