Tatort-Vorschau

Leider kein so gutes Zeugnis für Stephan Wagner

Szenegastronom wird erschossen, die Sache sieht nach organisiertem Verbrechen aus.

Frank Junghänel
2 Min
Sonntagskrimi: Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) ist auch beim Joggen im Dienst. 

Sonntagskrimi: Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) ist auch beim Joggen im Dienst. 

© Daniela Incoronato

In der Regel investieren Fernsehredakteure viel Fantasie in möglichst einfache Filmtitel, in der Annahme, dass das Publikum nicht gern überfordert werden möchte. In dem hier vorliegenden Fall hätte sich zum Beispiel „Tod im Restaurant“ angeboten oder auch „Sieben Schüsse auf den Gastronomen“. Nun heißt der Film mit den Dresdner Kommissarinnen allerdings „Nemesis“, und da wird man doch nachdenklich. Nemesis, was war das gleich?

Ein Gegenspieler, soviel ich weiß. Google, google. Ah ja, die Göttin des gerechten Zorns, auch Todesengel. Das hätte man gar nicht so genau wissen mögen, denn nun ist man vom Vorspann an besser im Bilde als die Polizei, die ziemlich lange braucht, um hinter die Tragödie zu kommen.

Besagter Restaurantleiter, ein sogenannter Szenegastronom, wird erschossen in seinem Büro gefunden. Die Kriminalistinnen Gorniak (Karin Hanczewski) und Winkler (Cornelia Gröschel) sind schnell am Tatort, Letztere in Joggingsachen, was Anlass für ein paar kleine Scherze gibt.

Die Sache sieht nach organisiertem Verbrechen aus, Schutzgelderpressung. Irgendetwas in dieser Richtung. Der Mann war in Dresden gut vernetzt, nicht zuletzt bei der Polizei, weshalb Revierleiter Schnabel (Martin Brambach), ganz aufgeregt ist. Aber das ist er ja eigentlich immer.

Nun wird losermittelt. Die Frau des Toten (Britta Hammelstein) gibt den Kriminalistinnen einige Rätsel auf, einerseits bricht sie effektvoll zusammen, andererseits verhält sie sich seltsam kontrolliert. Sie erzählt, dass die Familie, die in einer weißen Villa auf dem Weißen Hirsch wohnt, was ein paar schöne Bilder gibt, vor kurzem von maskierten Männern überfallen worden sei, was ihre Söhne bestätigen. Der Jüngere der beiden, Valentin, benimmt sich recht seltsam, der Ältere, Viktor, auch.

Also da stimmt was nicht und bald deutet sich auch an, worauf das alles hinausläuft. Stephan Wagner hat das dünne Drehbuch von Mark Monheim routiniert inszeniert – mit Verfolgung und Showdown –, was für den vielfachen Grimme-Preisträger leider kein so gutes Zeugnis ist.

Tatort – Nemesis So., 20.15 Uhr, ARD. 

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