Berlin

Nach Verschwinden von Polizei-Munition in Brandenburg: Erste Konsequenzen gezogen

Vor einigen Monaten verschwinden Tausende Schuss Munition beim Polizei-Sportschießen. Innenminister Stübgen kündigte jetzt schärfere Maßnahmen an.

Team News dpa/BLZ
2 Min
Ein Polizist in Brandenburg. Das Landeskriminalamt in Brandenburg ermittelt zu fehlender Munition.

Ein Polizist in Brandenburg. Das Landeskriminalamt in Brandenburg ermittelt zu fehlender Munition.

© Steuber/dpa

Nach dem Verschwinden von rund 25.000 Schuss Munition beim Sportschießen der Polizei will Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) die Prüfung erweitern. „Ich habe angewiesen, dass wir jede einzelne Patrone überprüfen und dafür bis 2014 zurückgehen“, sagte Stübgen der Deutschen Presse-Agentur. „Seit 2014 gab es im sensiblen Bereich der Munitionsausgabe eine Doppelfunktion, die es so hätte nie geben dürfen. Das haben wir korrigiert. Das Sportschießen muss sicher sein.“ Sein Ziel sei, dass das Sportschießen im Januar stattfinden könne. So könnten sich die Sportschützen auf die Wettbewerbe im kommenden Jahr vorbereiten.

Der Landesrechnungshof hatte im November aufgedeckt, dass beim Sportschießen der Polizei seit 2017 rund 25.000 Schuss Munition verschwunden waren. Das Landeskriminalamt prüft den Fall von rund 4400 Schuss verschwundener Munition für Sportschützen bei der Polizei im Jahr 2022. Ein Fachwart für das Schießen war zugleich im Zentraldienst der Polizei mit Munition befasst. Die Personalunion wurde laut Ministerium aufgehoben. Außerdem fehlten Nachweise, wer was verschossen hat. Daraufhin wurden Kontrollpflichten eingeführt.

Tausende Schuss Munition in Brandenburg vermisst: Waren es Kriminelle? 

„Wir haben keinerlei Hinweise, dass es sich um kriminelle Aktivitäten handelt“, sagte Stübgen mit Blick auf die verschwundene Munition von 2022. „Zu 100 Prozent ausschließen können wir es aber nicht. Deshalb haben wir vor zwei Monaten die Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt.“

Der Innenminister war nicht nur von der Opposition im Landtag, sondern auch aus den Reihen des Koalitionspartners SPD kritisiert worden. SPD-Innenpolitiker Uwe Adler hatte ihm „Desinteresse oder Kalkül hinsichtlich der Aufklärung“ zum Verbleib der Munition vorgeworfen und umgehende Aufklärung gefordert.

Der Minister verteidigte sich und verwies auf Konsequenzen. „Wir haben die Schwachstellen bei der Dokumentation analysiert und ausgeschlossen“, sagte Stübgen. „Das Vier-Augen-Prinzip wurde verschärft, sodass jetzt die Dokumentation einer jeden Munitionsübergabe durch Unterschrift beider Beteiligten belegt wird. Damit bleibt die Übergabe auch später eindeutig nachvollziehbar.“

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