Seit mehr als zwei Jahren sind die Taxitarife in Berlin stabil. Doch jetzt bereiten die Verbände der Branche eine Fahrpreiserhöhung vor. „Wir arbeiten an einem gemeinsamen Vorschlag, den wir der Genehmigungsbehörde unterbreiten wollen“, sagte Leszek Nadolski, Vorsitzender der Innung des Berliner Taxigewerbes, am Mittwoch. Derzeit sei es Konsens, Taxifahrten im Durchschnitt um fünf Prozent zu verteuern.
Bei kurzen Touren falle der Anstieg stärker aus, bei langen Touren werde er kaum zu merken sein. Wenn alles klappt, könnten die neuen Tarife im Juni oder Juli dieses Jahres in Kraft treten, so Nadolski.
Erhöhung des Grundpreises wird diskutiert
Dem Vernehmen nach ist im Gespräch, den Kilometertarif für Fahrten von bis zu sieben Kilometern Länge von 2 auf 2,20 Euro anzuheben. Erwogen wird auch, den Kurzstreckenpauschaltarif zu verändern. Wer auf der Straße ein Taxi anhält und bis zu zwei Kilometer weit fährt, würde statt fünf Euro 5,10 oder 5,20 Euro zahlen.
Eine Erhöhung des Grundpreises von 3,90 auf vier Euro wird ebenfalls diskutiert. Der Zuschlag für bargeldlose Zahlung soll wegfallen. Auf Nacht-, Wochenend- oder Gepäcktarife will die Taxibranche weiterhin verzichten.
Studie: Berlin ist am teuersten
„Strukturelle Änderungen würden der Konkurrenz von Uber & Co. in die Hände spielen“, sagte Detlev Freutel vom Taxi Verband TVB. „Wir wollen unseren Kunden auch in Zukunft ein transparentes Preissystem anbieten.“ Die Preiserhöhung, über die auch verbandsintern diskutiert wird, werde sehr maßvoll ausfallen.
Sie sei aber nötig, sagte Nadolski. Seit Juni 2015, als die jetzige Entgeltordnung in Kraft trat, sei der Mindestlohn bereits einmal erhöht worden, eine weitere Anhebung steht für 2019 an. Auch die Betriebskosten seien gestiegen. Bei einer Auswertung des Verbraucherportals Wintotal.de schneidet Berlin allerdings schon jetzt schlecht ab.
In keiner anderen deutschen Stadt, die in den Vergleich einbezogen wurde, müssen Einwohner so lange arbeiten, um sich eine durchschnittliche Taxifahrt leisten zu können: 65 Minuten. In Hamburg sind es nur 54.
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