Mehr Personal: Im vergangenen Winter wurden in Tegel und Schönefeld 120 Beschäftigte bei der Flugzeugenteisung eingesetzt, nun sind es 145.
Mehr Technik: Statt 16 Enteisungsfahrzeugen stehen jetzt 21 bereit.
Mehr Enteisungsflüssigkeit: In Tegel lagern 274.300 Liter, in Schönefeld 330.000 Liter, am Westhafen 500.000 Liter. Ein weiteres Lager gibt es in Schkopau (sachsen-Anhalt) mit 900.000 Litern. Insgesamt zwei Millionen Liter - 140.000 mehr als 2011.
„Wir sind für den Winter gerüstet“, sagte Flughafen-Chef Rainer Schwarz am Donnerstag. Doch noch während er sprach, zeigte sich, dass die Vorsorge nicht gegen jede Erscheinungsform des Winters etwas ausrichten kann. Nebel, typisch für die kalte Jahreszeit, behinderte bis zum Mittag den Berliner Flugverkehr.
„Aus Sicherheitsgründen kann nur eine der beiden Landebahnen in Tegel genutzt werden“, berichtete Thomas Kropp, Berlin-Chef der Lufthansa. Flugzeuge verspäteten sich, oft um mehr als eine halbe Stunde. Obwohl kalendarisch noch Herbst ist, galten in Tegel winterliche Bedingungen – ein kleiner Vorgeschmack auf das, was bald wieder häufiger eintreten könnte.
Zu wenig Flächen zum Sprühen
„Winter und Pünktlichkeit, das sind zwei Dinge, die sich kontrovers zueinander verhalten. Auch wir haben uns vorbereitet, trotzdem können wir Verspätungen nicht ausschließen“, sagte Bernhard Alvensleben. Er ist Chef der Globe Ground Berlin, die mit rund 2000 Beschäftigten in Tegel und Schönefeld für die Bodendienste verantwortlich ist – dazu gehört auch die Enteisung. Hier hatte es öfter Probleme gegeben.
Im Dezember 2010 blieb der Nachschub an Enteisungsmittel aus, die Tanklager waren leer. Zudem stellte sich immer wieder heraus, dass es zu wenig Flächen gibt, auf denen die Flugzeuge mit der Flüssigkeit besprüht werden können. „Dies führte regelmäßig zu Verspätungen“, berichtete Flugkapitän Thomas Kärger.
Nun sollen die Flugzeuge schon auf ihren Parkpositionen vorbehandelt werden – das soll Zeit sparen. Die Tankkapazitäten wurden vergrößert, 25 Mitarbeiter neu für die Enteisung geschult, sagte Alvensleben. Alles, was mit dem Winterdienst zu tun hat, werde nun vom Tegeler Airport Control Center gesteuert und überwacht. „In kritischen Wetterlagen können wir jetzt schneller reagieren“, so Schwarz.
13,6 Millionen Passagiere
Geschmeidigere Prozesse sind in Tegel auch dringend nötig. Eigentlich sollte der Flughafen schon 2011 geschlossen, der Verkehr zum BER verlagert werden. Heute ist TXL der Flughafen mit dem größten Verkehrswachstum in Deutschland. Von Januar bis September wurden 13,6 Millionen Passagiere abgefertigt – 7,7 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.
Lufthansa steigert Marktanteil
Besonders stark hat der Lufthansa-Konzern zugelegt. Seine Airlines fliegen seit Juni rund 50 Ziele ab Berlin nonstop an, die meisten von Tegel aus. Das sind mehr als vier Mal so viele wie früher. Die Zahl der Fluggäste pro Monat stieg um ein Fünftel, der Marktanteil in Berlin von einem Viertel auf ein Drittel. Bislang habe die Expansion in Tegel gut geklappt, sagte Thomas Kropp. „Dies ist ein exzellenter Flughafen. Doch der Winter ist und bleibt eine Herausforderung.“ Erst Stunden später verschwand der Nebel.
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