Israel

Tel Aviv: Bis zu 200.000 Israelis demonstrieren gegen die Politik Netanjahus

Seit rund vier Monaten gibt es es Israel regelmäßig Massenproteste gegen die geplante Justizreform. Kritiker sehen diese als Gefahr für die Demokratie in Israel.

Team News dpa
2 Min
Tel-Aviv: Bis zu 200.000 Menschen haben am Samstagabend in Tel Aviv gegen die Politik der rechts-religiösen Regierung von Benjamin Netanjahu demonstriert.

Tel-Aviv: Bis zu 200.000 Menschen haben am Samstagabend in Tel Aviv gegen die Politik der rechts-religiösen Regierung von Benjamin Netanjahu demonstriert.

© Ohad Zwigenberg/dpa

Mehr als 160.000 Menschen haben am Samstagabend nach Medienberichten in der israelischen Küstenstadt Tel Aviv gegen die Politik der rechts-religiösen Regierung von Benjamin Netanjahu demonstriert. Laut anderen Quellen seien es bis zu 200.000 Demonstranten gewesen, die allein in Tel Aviv auf die Straße gingen. 

Auch in anderen großen Städten des Landes versammelten sich Demonstranten und schwenkten blau-weiße israelische Flaggen. Nach der Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des Parlaments an diesem Sonntag wird mit einem erneuten Vorstoß der Regierung zur Umsetzung einer umstrittenen Justizreform gerechnet. Gegner der Reform sehen diese als Gefahr für die Demokratie in Israel, seit rund vier Monaten gibt es deswegen landesweit immer wieder massive Proteste.

Am Donnerstagabend hatten in Jerusalem rund 200.000 Unterstützer der Justizreform demonstriert. Netanjahu hatte die Reformpläne im vergangenen Monat nach massiver Kritik zunächst ausgesetzt. Gespräche zwischen Regierung und Opposition unter Vermittlung von Staatspräsident Izchak Herzog haben jedoch bisher keine Einigung erzielt.

Israels Regierung geschwächt: Kommt es zu Neuwahlen?

Nach israelischen Medienberichten will die Regierung vor weiteren Schritten zur Schwächung des Justizsystems allerdings zunächst den Haushalt für das laufende und das kommende Jahr verabschieden. Sollte dies nicht bis zum 29. Mai gelingen, gäbe es automatisch Neuwahlen.

Ultraorthodoxe Parteien fordern als Bedingung für ihre Unterstützung jedoch die Verabschiedung eines Gesetzes, das strengreligiöse Männer de facto vom Wehrdienst befreien würde. Dies sorgt im liberalen Lager für großen Zorn. Für Donnerstag ist deshalb eine neue Großkundgebung unter dem Motto „Tag der nationalen Gleichheit“ geplant.

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