Nach einem bewaffneten Angriff islamistischer Extremisten auf ein beliebtes Hotel in Somalias Hauptstadt Mogadischu ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 19 gestiegen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, wie somalische Sicherheitsbehörden am Samstag mitteilten. Demnach war der Angriff, der Freitagabend begonnen hatte, am Morgen noch nicht beendet. Unterdessen haben die Sicherheitskräfte Probleme, die Lage im „Hayat“-Hotel unter Kontrolle zu bringen.
„Unsere Sicherheitskräfte konnten zwei Angreifer neutralisieren. Wir gehen allerdings von vier bis fünf Kämpfern aus“, sagte der Polizist Abdullahi Modobe der Deutschen Presse-Agentur. Begonnen hatte die großangelegte Attacke mit Selbstmordattentaten, bei denen sich Extremisten in zwei Fahrzeugen in die Luft sprengten.
Die Shebab-Miliz hatte am Freitagabend auf einer ihr nahestehenden Website erklärt, eine Gruppe ihrer Kämpfer sei in das Hotel Hayat in Mogadischu eingedrungen. Offizielle Stellen und Augenzeugen sprachen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von mehreren Explosionen und Schüssen sowie anschließenden Feuergefechten zwischen Shebab-Kämpfern und Sicherheitskräften.
Heftige Schusswechsel außerhalb des Hotels in Mogadischu
Wenige Minuten nach der ersten Detonation sei es vor dem Hotel zu einer zweiten Explosion gekommen, die insbesondere Sicherheitskräfte und Zivilisten getroffen habe, die zum Angriffsort geeilt waren.
Auch außerhalb des Hotels kam nachts es zu heftigen Schusswechseln mit Sicherheitskräften. Von dem Hotelgebäude stiegen dicke Rauchschwaden auf. Es handelt sich um den ersten großangelegten Terrorakt seit Somalias neugewählter Präsident Hassan Sheik Mohamud im Mai sein Amt übernahm.
Terroristen bekennen sich für Anschlag am Flughafen von Mogadischu
Die Terroristen gaben außerdem bekannt, für einen Anschlag mit einer Mörsergranate am Internationalen Flughafen in Mogadischu in der Nacht zum Samstag verantwortlich zu sein. Die somalischen Sicherheitsbehörden bestätigten, dass bei dem Anschlag eine Mutter und ihre vier Kinder ums Leben kamen.
Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Shebab-Miliz kämpft seit rund 15 Jahren gegen die somalische Zentralregierung. 2011 war es Streitkräften der Afrikanischen Union gelungen, die Dschihadisten aus der Hauptstadt Mogadischu zu vertreiben. Shebab-Kämpfer kontrollieren aber weiterhin großflächige ländliche Regionen und sind in der Lage, zivile wie militärische Ziele anzugreifen.
Klimakrise und Ukraine-Krieg lösen Hungersnot in Somalia aus
Am Mittwoch hatte die US-Regierung die Tötung von 13 Shebab-Kämpfern bei Luftangriffen im Zentrum und im Süden Somalias bekanntgegeben. Die Dschihadisten waren demnach in Kämpfe gegen die somalische Armee verwickelt. Die US-Luftwaffe hatte in den vergangenen Wochen mehrere Luftangriffe gegen die Miliz geflogen.
Im Mai hatte US-Präsident Joe Biden angekündigt, wieder Soldaten nach Somalia zu verlegen – und somit den von seinem Vorgänger Donald Trump beschlossenen Rückzug aus dem Land rückgängig gemacht.
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