Terroralarm - Der Fund von zwei Paketbomben aus dem Jemen mit Ziel USA versetzt die Sicherheitsbehörden weltweit in Alarmbereitschaft. Die Geheimdienste vermuten El Kaida hinter den Attentatsversuchen.

Die Spur führt zu El Asiri

Julia Gerlach
3 Min

Kairo Der Jemen ist der Ursprungsort der Bombenpakete. Der Sprengstoffexperte von El Kaida, der saudische Staatsbürger Ibrahim Hassan el Asiri, soll nach Angaben des US-Geheimdienstes der Drahtzieher der versuchten Attentate sein. Der 28-Jährige hält sich im Jemen auf und hat angeblich auch den Sprengsatz für den Unterhosen-Bomber, den Nigerianer Farouk Abdulmutallab gebastelt, der Weihnachten 2009 versucht hatte, sich an Bord eines US-Passagierflugzeuges in die Luft zu sprengen.Der jemenitische Arm von El Kaida gilt als der aktivste und für den Westen gefährlichste. Offiziell gegründet wurde die El Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) 2008 als Zusammenschluss der saudischen und jemenitischen Gruppe. Mit dem Anschlag 2008 auf die US-Botschaft in Sanaa, bei der mindestens 16 Menschen ums Leben kamen, machte die AQAP auf sich aufmerksam. Es folgte der misslungene, extrem dreiste Angriff auf den saudischen Innenminister und Anti-Terror-Chef Prinz Mohammed bin Najef. Er brachte der von Nasr Al Wuhaishi geführten Truppe Anerkennung in der Szene.Gefährlichste El Kaida-GruppeEbenso wurde der misslungene Anschlag auf ein US-Verkehrsflugzeug in Detroit vom Weihnachtstag 2009 als Erfolg gefeiert: "Es ist uns gelungen, den USA zu sagen, dass sie nicht in Frieden leben", sagte Al Wuhaishi in einem Interview mit der AQAP-eigenen Zeitschrift Inspire. Ziel der Gruppe ist der Sturz der Regierungen in Saudi Arabien und dem Jemen sowie der Abzug westlicher Mächte aus der Region. Attacken gegen Ziele im Westen gelten ihnen als dafür richtige Strategie.Der Jemen ist ein ideales Gebiet für die Terrororganisation. Das unzugängliche, bergige Land im Süden der arabischen Halbinsel wird zum großen Teil nicht von der Regierung in Sanaa, sondern von lokalen Stämmen kontrolliert. Diese sympathisieren mit El Kaida oder lassen sich für strategische Bündnisse gewinnen.Der Kern der islamistischen AQAP besteht aus saudischen Kämpfern, die vor den Sicherheitskräften ihres Landes geflohen sind. Sie bekamen Verstärkung durch Jemeniten, denen 2006 die Flucht aus einem jemenitischen Gefängnis gelang. In den vergangenen Jahren gesellten sich aus Guantanamo entlassene Saudis und Jemeniten hinzu. Besonderer Gast der AQAP ist der US-Bürger Anwar al Awlaki, der ganz oben auf der US-Terrorliste steht. Anders als im Irak oder in Afghanistan, wo die Mitglieder der dortigen El-Kaida-Truppe meist aus anderen Ländern kommen, hat die AQAP im Jemen eine Basis von jungen Jemeniten.Seit Jahren unterstützt das US-Militär daher den Kampf der jemenitischen Regierung gegen die islamistischen Terroristen. Allerdings ist diese Unterstützung für Sanaa nicht ungefährlich. Schließlich sind die USA auf der Halbinsel verhasst. Bisher legte die Regierung in Sanaa daher Wert darauf, dass die US-Armee sie nur berät und unterstützt, jedoch keine eigenen Kampftruppen im Land hat. Ob sich Washington allerdings nach dieser erneuten Provokation weiter darauf einlassen wird, nur verdeckt zu agieren, ist sehr fraglich.------------------------------Foto: Der Saudi El Asiri soll die Bomben gebaut haben.

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