Das Thema, das die meiste Kritik hervorrief, war Wasser. Werner Klink, ein Kritiker aus Storkow, warf Tesla Defizite bei den Gutachten zur Frage der Auswirkung der Fabrik auf das Grundwasser vor. „Das ist eine Zumutung“, sagte Klink. Die Gutachterfirma Fugro wies das zurück – es gebe genug Untersuchungen. Für den Ausbau will Tesla kein zusätzliches Wasser nutzen. Ein Anwohner aus Erkner-Karutzhöhe fragte nach der Lösung dafür. „Wir erreichen das über ein vollständiges Recycling des Prozessabwassers und über kontinuierliche Optimierungen“, sagte Tesla-Vertreter Alexander Riederer.
Bis zu 81.000 Pfähle sollen in den Untergrund gerammt werden. Das führte ebenfalls zu Diskussionen. „Ich glaube, es sind doch erhebliche Umweltauswirkungen zu erwarten“, sagte eine Kritikerin. Fünf Umweltverbände warnen vor einem Strömungshindernis. Der Autobauer entgegnet, von den Pfählen gehe keine Beeinträchtigung auf das Wasser aus.
Tesla-Werk in Grünheide: Von 500.000 E-Autos jährlich auf eine Million
Tesla will das Ziel der Produktion von 500.000 Autos im Jahr auf eine Million im Jahr verdoppeln. Derzeit werden nach Angaben des Unternehmens noch rund 250.000 Fahrzeuge im Jahr produziert. Die Speicherkapazität bei der Herstellung von Batteriezellen soll von 50 auf 100 Gigawattstunden pro Jahr steigen.
In Grünheide arbeiten zurzeit rund 11.000 Beschäftigte, mit dem Ausbau sollen es 22.500 werden. Umweltschützerinnen und -schützer haben Bedenken, denn ein Teil des Geländes liegt im Wasserschutzgebiet. Das Unternehmen stellt für den Ausbau Anträge in drei Teilen auf umweltrechtliche Genehmigung beim Land Brandenburg.
Der Umweltverband Grüne Liga boykottierte die Veranstaltung am Montag. „Der Erörterungstermin ist eine Farce“, sagte Landesgeschäftsführer Michael Ganschow. Unterlagen sind teilweise geschwärzt und es gibt inzwischen schon neuere Versionen des Antrags zum Ausbau. „Ich weiß nicht, was ich hier noch soll“, sagte die Vorsitzende des Vereins für Natur und Landschaft Brandenburg, Manu Hoyer, und forderte den sofortigen Abbruch des Termins. Später verließ sie den Saal.
Tesla rechnet nicht mit wesentlichen Hürden für Ausbaugenehmigung
Verhandlungsleiter André Zschiegner wies Kritik zurück. Die Unterlagen seien in der Zwischenzeit geändert worden, sagt er. Das sei aber zulässig. Es dürfe nur kein völlig neues Vorhaben entstehen. Die Unterlagen müssten auch nicht so konkret sein, dass darauf eine Genehmigung entschieden werden könne.
Der Autobauer rechnet nach eigenen Angaben nicht mit wesentlichen Hürden für die erste Genehmigung. Auch Sicherheitsbedenken sorgten für Kritik. Ein Teilnehmer kritisierte, dass das Landesumweltamt nicht über Umweltvorfälle mit dem Austritt von Stoffen informiert habe. Tesla bedauerte die Vorfälle, wies aber Bedenken zurück. „Es kann ausgeschlossen werden, dass es dabei zu Umweltschäden kam“, sagte Tesla-Vertreter Riederer.
Seit Eröffnung der Fabrik im März vergangenen Jahres hatte der Autobauer nach Angaben des Landesamts für Umwelt 26 Umwelt-Havarien gemeldet. Dazu zählen ausgelaufene Stoffe wie Lack, Diesel sowie Brände. Bei den Vorfällen handelte es sich laut Landesumweltamt nicht um Störfälle im Sinn der Störfallverordnung. Ein Teil des Geländes der Fabrik liegt im Wasserschutzgebiet. Medienberichten zufolge seien nach einem Brand im September 2020 bis zu 300 Liter Löschwasser im Boden versickert. Das Landesumweltamt machte dazu keine Angaben.
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