Es ist der 23. Dezember, um 20 Uhr hat Berlin die Augen schon halb geschlossen. Ich stehe in der Kuppel des Fernsehturms und weine. Noch vor 24 Stunden war ich in Syrien, und mit scharfen Krallen hat dieses Land, haben die Foltergefängnisse, der Geruch der Massengräber, die ständigen Schüsse in den Himmel und auf Menschen, meine Seele zerkratzt.
Ich hatte gedacht: Es trifft mich nicht mehr. Aber ich habe mich geirrt.
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Kolumne
Thilo Mischke: Berlin, die Stadt der zu großen Erwartungen
Menschen ziehen mit Fantasien und Hoffnungen nach Berlin. Wenn die Stadt die nicht erfüllt, wird sie runter gemacht. Bevor man wieder wegzieht. Eine Erwiderung.
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Wer Berlin verstehen will, muss die Stadt nicht von oben betrachten, sondern ganz nah heran, meint unser Autor.
© Sophia Weimer/dpa