UPDATE

Bundestagswahl

„Wenn man etwas ignoriert, wird es schlimmer“: AfD-Appell von Ost-Bürgermeisterin bei „Hart aber Fair“

Die parteilose Bürgermeisterin sorgte für Aufmerksamkeit. Auf den Hinweis, dass die AfD in ihrem Bundesland rechtsextrem sei, sagte sie: „Das kann man bei uns gar nicht mehr hören.“

2 Min
Bei „Hart aber Fair“ äußerte sich eine Bürgermeisterin aus Thüringen zur AfD.

Bei „Hart aber Fair“ äußerte sich eine Bürgermeisterin aus Thüringen zur AfD.

© WDR/Julia Sellmann

In der Sendung „Hart aber Fair“ haben Politiker am Montagabend über die Ergebnisse der Bundestagswahl diskutiert. Insbesondere kam dabei die Sprache auf den Wahlerfolg der AfD - besonders im Osten des Landes. Für Aufmerksamkeit sorgte dabei eine Bürgermeisterin aus Dillstädt in Thüringen, die im Publikum saß. 

Liane Bach (parteilos) ist seit 1994 ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt mit 755 Einwohnern. Bei „Hart aber Fair“ erklärte die das Wahlverhalten. „Die Ostdeutschen haben zwei Gesellschaftsformen erlebt, sie spüren was, diese ganzen Kleinigkeiten, man darf nichts mehr sagen.“ Wer sich über die AfD unterhalte, werde sofort als Nazi abgestempelt. Es sei schlimm, wie die Menschen diffamiert würden.

„Ich würde der Politik raten, mit der AfD zusammenzuarbeiten“, so Bach. „Denn wenn man etwas ignoriert, wird es nur noch schlimmer.“ Moderator Louis Klamroth hakte nach: „Die Menschen bei Ihnen im Ort, die wollen, dass mit der AfD im Bundestag zusammengearbeitet wird?“ Bach bejahte: „Sie sind demokratisch gewählt, sie bekommen ihr Geld vom deutschen Steuerzahler und da möchte ich bitte auch, dass sie miteinbezogen werden.“

Wahlkreis in Thüringen ging deutlich an die AfD

Auf den Hinweis, dass die AfD in Thüringen als rechtsextrem eingestuft sei, sagte Bach: „Das kann man bei uns gar nicht mehr hören. Das mag wohl sein, dass es einige sind, aber der Großteil bei uns in der Region nicht“.

Der Wahlkreis Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg (Thüringen), zu dem Dillstädt gehört, ging bei der Bundestagswahl mit 43,1 Prozent der Zweitstimmen an die AfD. Mit deutlichem Abstand folgt die CDU (17,5 Prozent) und die Linke (12,6 Prozent).

Bei „Hart aber Fair“ diskutierten am Montagabend der Chef des Bundeskanzleramtes, Wolfgang Schmidt (SPD), Philipp Amthor (CDU), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Andreas Audretsch (Grüne) und Gilda Sahebi (Journalistin und Autorin).

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema