Wirtschaft

Thyssenkrupp: Indischer Konzern will Deutschlands größte Stahlfirma kaufen

Der indische Stahlkonzern Jindal Steel will die Stahlsparte von Thyssenkrupp übernehmen. Das Angebot wird nun geprüft – im Fokus stehen Zukunftsfähigkeit, grüne Transformation und der Erhalt von Arbeitsplätzen.

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Ein Stahlarbeiter von Thyssenkrupp arbeitet am Hochofen 8 auf dem Werksgelände. Wird Deutschlands größte Stahlfirma Thyssenkrupp Steel Europe nach Indien verkauft?

Ein Stahlarbeiter von Thyssenkrupp arbeitet am Hochofen 8 auf dem Werksgelände. Wird Deutschlands größte Stahlfirma Thyssenkrupp Steel Europe nach Indien verkauft?

© dpa

Der indische Stahlhersteller Jindal Steel International hat ein unverbindliches Angebot zum Kauf der Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe vorgelegt. Das teilte der Essener Industriekonzern am Dienstag mit. Der Vorstand wolle die Offerte eingehend prüfen – mit Blick auf die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit, die Fortführung der grünen Transformation sowie den Erhalt der Arbeitsplätze an den Standorten. Weitere Details zum Angebot nannte Thyssenkrupp zunächst nicht.

Von Gewerkschaftsseite wurde der Schritt vorsichtig positiv aufgenommen. „Dass ein wachstumsorientierter Stahlkonzern wie Jindal Steel International als strategischer Investor bei Thyssenkrupp Steel einsteigen will, ist grundsätzlich eine gute Nachricht für unsere Beschäftigten“, erklärte Jürgen Kerner, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Thyssenkrupp und Zweiter Vorsitzender der IG Metall. Zugleich mahnte er an, dass nun zügig substanzielle Gespräche geführt werden müssten, um schnell Klarheit über offene Fragen zu bekommen.

Deutschlands größter Stahlhersteller leidet unter schwacher Konjunktur

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp steht seit Jahren unter Druck. Deutschlands größter Stahlhersteller leidet unter der schwachen Konjunktur, hohen Energiepreisen und zunehmenden Billigimporten aus Asien. Um gegenzusteuern, sollen die Kapazitäten von derzeit rund 11,5 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen reduziert werden. Zudem sind der Abbau oder die Ausgliederung von etwa 11.000 Stellen geplant, betriebsbedingte Kündigungen sollen dabei aber vermieden werden. Parallel treibt das Unternehmen Investitionen in eine klimafreundlichere Stahlproduktion voran.

Bereits seit 2024 arbeitet Thyssenkrupp an einer Verselbstständigung der Stahlsparte. Damals hatte die EP Corporate Group des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky 20 Prozent der Anteile übernommen. Langfristig war ein 50:50-Gemeinschaftsunternehmen vorgesehen. Ob und wie das nun vorliegende Angebot von Jindal die bisherige Vereinbarung mit Kretinsky beeinflusst, ist noch offen. Klar ist nur: Der Konzern steht an einem entscheidenden Punkt, an dem über die künftige Struktur der deutschen Stahlindustrie entschieden wird. (mit dpa)

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