Ticketautomat gesprengt

Bundespolizist stoppt Räuber mit Schüssen

Schon 17 Mal sind in Berlin und Brandenburg Fahrscheinautomaten gesprengt worden. Jetzt konnte die Bundespolizei erstmals Täter festnehmen. Weil sie mit Eisenstangen und einer Rohrbombe drohten, mussten die Polizisten schießen.

Andreas Kopietz
2 Min
Gesprengter Fahrkartenautomat im S-Bahnhof Bergfelde.

Gesprengter Fahrkartenautomat im S-Bahnhof Bergfelde.

© Bundespolizei Lizenz

Bei der Aufklärung der Serie von Automatensprengungen ist die Bundespolizei offenbar einen wesentlichen Schritt weitergekommen. Am Freitagmorgen sprengten drei Kriminelle am S-Bahnhof Bergfelde (Landkreis Oberhavel) einen Fahrkartenautomaten. Weil sich die Taten in den vergangenen Monaten im Berliner Speckgürtel häuften, setzte die Bundespolizei auf bestimmten Bahnhöfen verstärkt Zivilstreifen ein. Und tatsächlich beobachteten die Beamten, wie kurz nach 3 Uhr am Bahnhof Bergfelde drei Personen, die mit Sturmhauben vermummt waren, aus einem Auto stiegen und in das Bahnhofsgebäude gingen. Kurz darauf krachte es, die Drei kamen mit der Geldkassette des völlig zerstörten Fahrkartenautomaten herausgerannt und wollten in ihr Auto springen.

Die Polizisten forderten sie zum Stehenbleiben auf. Ein Täter hatte eine Eisenstange, ein weiterer ein Metallrohr in der Hand und sagte, er habe hier eine Rohrbombe. Mit diesen beiden Waffen bedrohten sie die Beamten. Als einer der Bundespolizisten seine Dienstwaffe zog, zwei Warnschüsse in die Luft abgab und "Hinlegen!" rief, ergaben sich die drei Täter - und legten sich auf den Boden.

Bei dem Trio handelt es sich um zwei 25 und 37 Jahre alte Männer aus Berlin und eine 39-jährige Frau aus Brandenburg. Die Polizei prüft, ob sie auch für andere Automatensprengungen verantwortlich sind. In allen Fällen hatten die Täter Sprengsätze, meist aus Schwarzpulver, verwendet.

S-Bahnlinie 8 unterbrochen

Die weiteren Ermittlungen übernahm die Brandenburger Polizei, die über mehrere Stunden in dem Bahnhof Spuren sicherte. Auch ein Entschärferteam der Bundespolizei wurde angefordert, das die mit Schwarzpulver gefüllte Rohrbombe sicher stellte und unschädlich machte. Während der Spurensicherungsarbeiten war der Bahnhof gesperrt, und die S8 verkehrte nur zwischen Zeuthen und Schönfließ. Zwischen den Bahnhöfen Hohen Neuendorf und Schönfließ fuhren Busse. „Durch die Sprengungen der Fahrausweisautomaten entstand ein hoher Sachschaden", sagte der Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin, Thomas Striethörster, unter anderem. "Durch umherfliegende Teile hätten Unbeteiligte schwer verletzt werden können."

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