Eine „Farm der Tiere“ als Streichelzoo, eine Rocky-Mountains-Felslandschaft und sogar ein Riesenrad möchte Danny Freymark, CDU-Abgeordneter aus Lichtenberg, für den Tierpark Berlin. Der 30-Jährige schlägt vor, die Anlage in Friedrichsfelde durch Erlebnisbereiche aufzuwerten. „Der Tierpark muss Mut zu Veränderungen haben.“ Längst schon haben die Spitzen von CDU und SPD eine Finanzspritze von fünf Millionen Euro für Investitionen verabredet – nur: Das Geld wurde von der Tierpark-Leitung bisher nicht abgerufen. Denn Grundlage dafür soll eine schlüssige Vorlage an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses sein. SPD-Fraktionschef Raed Saleh hatte bei einem Tierparkbesuch Ende 2012 eine detaillierte Kosten-Nutzen-Rechnung für Investitionen verlangt.
„Die gibt es aber noch nicht“, sagt Freymark. Der Tierpark hatte zwar bereits 2011 einen Masterplan 2020+ vorgestellt, mit Investitionen wie einer Erlebniswelt Galapagos, die insgesamt 80 Millionen Euro teuer sein sollen. Doch konkrete finanzierbare Vorschläge über Einzelmaßnahmen wurden nicht vorgelegt. Deshalb hat der Hauptausschuss im Frühjahr die Vergabe erster Mittel vertagt. Nun soll das nach der Sommerpause wieder auf die Tagesordnung kommen.
Neue Joggingpfade
Freymark möchte mit seinem Ideenkatalog eine Diskussion darüber eröffnen, wie der Tierpark künftig gestaltet werden soll. Er denkt nicht nur an teure bauliche Maßnahmen, sondern auch an eine Veränderung der Tarifstruktur. So sollte zwischen Kurz- und Tagesbesuchern unterschieden werden. „Beispielsweise könnten Jogger morgens durch einen speziellen Tarif angezogen werden.“ Ein Joggingpfad solle geschaffen werden. Ein Fitness-Programm im Park sei ebenfalls denkbar. Auch den Ausbau der Wasserwege schlägt Freymark vor, um Kanufahrten und geführte Touren anzubieten. „Es sollte keine Denkverbote geben, wir müssen endlich das Profil des Tierparks schärfen“, sagt er.
Denn der größere der beiden Tiergärten Berlins schreibt seit Langem Verluste. Die Besucherzahlen, etwas mehr als eine Million Menschen jährlich, reichen nicht aus, um die Einrichtung unabhängig von Zuschüssen des Landes zu machen. Und diese sinken beständig: Waren es 2010 noch 6,5 Millionen Euro, sind es in diesem Jahr 6,27 Millionen. Deshalb sollen neue Besucher angelockt werden – auch Touristen und Tagesausflügler.
Thomas Ziolko, der Chef des Fördervereins für den Zoo und den Tierpark, sieht den Katalog als eine Diskussionsgrundlage: „Wir sollten mit den Mitarbeitern und mit den Besuchern darüber debattieren, was sie sich wünschen, was sinnvoll und was auch machbar ist.“ Für einen dritten Eingang, von der vielbefahrenen Bundesstraße 1/5 aus, und die generelle Verbesserung der Parkplatzsituation, die Freymark einfordert, plädiert Ziolko schon lange.
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