Tischtennis

Die Frauen des TTC Eastside werden Deutscher Meister

Die Berlinerinnen wollen jetzt auch die Champions League gewinnen.

Von Michael Jahn
4 Min
Für Berlin am Ball: Die deutsche  Nationalspielerin Petrissa Solja ist in dieser Saison eine der Stützen im Team des TTC Eastside gewesen – und wird es auch kommende Saison bleiben.

Für Berlin am Ball: Die deutsche  Nationalspielerin Petrissa Solja ist in dieser Saison eine der Stützen im Team des TTC Eastside gewesen – und wird es auch kommende Saison bleiben.

© picture alliance / AP Photo

Die Frauen aus Berlin rissen ihre Arme in die Höhe und umarmten sich mit ihrer langjährigen Trainerin Irina Palina. Zum vierten Mal in Serie holten sie den deutschen Meistertitel in die Hauptstadt. Vorzeitig, denn noch stehen zwei Spiele in der Bundesliga aus, aber der ärgste Verfolger, der DJK Kolbermoor, kann Eastside nicht mehr übertreffen.

Das Duell des TTC am Sonntagnachmittag in Grünwettersbach gegen den TV Busenbach endete 6:0, doch es war für den Ausgang der Meisterschaft ohne Bedeutung.

Die Begegnung in Essen dauerte immerhin zwei Stunden an, ehe sich der klare Favorit durchgesetzt hatte. „Uns steckte noch der harte Kampf am Abend zuvor in der Champions League gegen Linz in den Knochen“, sagte Trainerin Palina.

Eine Deutschlandreise

Nur 24 Stunden vor dem Bundesliga-Auftritt in Essen hatte Eastside im Freizeitforum Marzahn ja den Dauer-Meister aus Österreich, Linz AG Froschberg, 3:0 bezwungen. Nach dem 3:2 im Hinspiel hatte das den Einzug ins Finale der Königsklasse zur Folge.

Das deutliche Resultat täuschte aber über den knappen Spielverlauf hinweg. Shan Xiaona, Petrissa Solja und Gina Pota mussten für Berlin über fünf Sätze gehen, ehe sie ihre starken Kontrahentinnen bezwungen hatten. „Das war ein Kraftakt, wir hätten auch schnell mit 0:2 hinten liegen können“, sagte Präsident Alexander Teichmann.

Maß der Dinge

Der TTC Eastside hat am Wochenende eine Deutschlandreise hinter sich gebracht. Am Sonnabendmorgen ging es im Kleinbus nach Essen, 530 Kilometer, Stau inklusive. 350 Kilometer waren es dann nach dem Sieg und einem kleinen Abendessen als neuer und alter Meister nach Frankfurt/Main.

Dort feierten sie ein bisschen und übernachteten. Am Sonntag folgte die 200 Kilometer lange Tour nach Grünwettersbach nahe Karlsruhe. Die glänzende Laune ließen sich die Frauen trotz anstrengender Reiseroute nicht verderben.

Petrissa Solja schätzte den Meistertitel hoch ein: „So viele Jahre an der Spitze zu sein, ohne dass es jemand geschafft hat, uns den Titel streitig zu machen, ist schon etwas Besonderes.“ Auch Trainerin Irina Palina sieht im erneuten Triumph keinen Selbstläufer: „Da gibt es im Laufe einer langen Saison viele Hintergrundgeschichten und Kleinigkeiten, die niemand sieht und ahnt. Die ergeben in der Summe den Erfolg.“

Neue Saison wird geplant

Die Berlinerinnen bleiben national und international das dominante Team im Frauen-Tischtennis: Deutscher Meister 2014, 2015, 2016, 2017 sind sie, Deutscher Pokalsieger 2014, 2015, 2016, 2017, dazu im Europapokal ETTU-Cup-Sieger 2002, 2004, 2007 und Champions League-Sieger 2012, 2014, 2016 –  Präsident Teichmann sagte: „Natürlich war der erste Meistertitel der schönste, aber hinter jedem Titel steckt eine Menge Arbeit. In dieser Spielzeit hatten wir mit vielen Verletzungen und Krankheiten zu kämpfen, haben das aber immer als starkes Team auffangen können.“

Längst wird bei Eastside die kommende Spielzeit geplant.  Shan Xiaona und Petrissa Solja werden als Stützen des Kaders weiter für Berlin spielen. Die Ungarin Gina Pota, seit 2008 bei Eastside, hat ihren Vertrag um ein Jahr verlängert.

Nicht mehr dabei sein werden die beiden Japanerinnen Yui Hamamoto und Miyu Kato. Mit dem japanischen Verband konnte keine neue Vereinbarung getroffen werden. Sie kehren in ihre Heimat zurück. Vor allem Hamamoto besitzt Anteil am Erfolg. „Sie hat sich sehr gesteigert“, meinte Teichmann, „sie passte gut in unser Team.“ Mit zwei, drei anderen Spielerinnen, potenziellen Zugängen auch aus der Bundesliga, werden im Moment Gespräche geführt.

68 Spiele ohne Niederlage

Das Duell am Sonntag gegen Busenbach war bereits das 68. Spiel in Serie, in dem die Mannschaft unbesiegt geblieben ist – national wie international. Doch nun wartet im Finale der Champions League das sehr starke Team von KTS Tarnobrzeg aus Polen, angeführt von der besten deutschen Nationalspielerin Han Ying. Sie ist Siebente der Weltrangliste.

Am 5. Mai steigt das erste Endspiel in Polen, am 12. Mai das Rückspiel in Berlin. Nach dem Pokalsieg im Januar und der Meisterschaft ist das Triple nun das Ziel.

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