Iran

Tochter von zum Tode verurteiltem Deutsch-Iraner bittet Berlin um Hilfe

Gazelle Sharmahd kämpft um das Leben ihres Vaters. Dabei kritisiert sie auch die Bundesregierung heftig.

Team News AFP
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Gazelle Sharmahd

Gazelle Sharmahd

© Uwe Koch/Eibner EP/imago

Die Tochter des im Iran zum Tode verurteilten Deutsch-Iraners Jamshid Sharmahd, Gazelle Sharmahd, hat an die Bundesregierung appelliert, alles zu unternehmen, um die Hinrichtung ihres Vaters zu verhindern. Worte seien „nicht genug“, das Auswärtige Amt müsse „jetzt dringend ein Notfall-Team“ einrichten, sagte Gazelle Sharmahd, die sich in Los Angeles aufhält, am Dienstag in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Die Deutsch-Iranerin warf der Bundesregierung vor, erst spät etwas gegen die Inhaftierung ihres Vaters unternommen zu haben. Er sei mittlerweile seit rund tausend Tagen in Isolations- und Einzelhaft. „Ich weiß nicht, was noch geschehen muss, damit wirklich etwas getan wird“, sagte Gazelle Sharmahd.

Bisher laut Familie noch keine „ernsthafte Reaktion“ der Bundesregierung

Die Familie habe lange auf „eine ernsthafte Reaktion unserer Regierung“ gewartet. Es habe bislang jedoch noch keine Reaktion der Bundesregierung gegeben, „die das Regime auf irgendeine Weise interessieren würde“, sagte die Deutsch-Iranerin. Sie fühle sich „erschöpft“ und habe das Gefühl, „im Stich gelassen“ zu werden.

Die Regierung im Iran teste immer weiter ihre Grenzen aus. Sollte das Todesurteil gegen ihren Vater nicht verhindert werden, könne sich niemand vor der iranischen Führung sicher fühlen. „Wenn wir denen kein klares Zeichen geben und sie jetzt nicht aufhalten, sind es beim nächsten Mal andere Menschen“, die entführt, inhaftiert und verurteilt würden. „Das hört nicht auf, das ist das Problem“, sagte Gazelle Sharmahd.

Jamshid Sharmahd seit fast drei Jahren im Gefängnis

Der Oppositionelle Jamshid Sharmahd, der zuletzt jahrelang in den USA lebte, war nach Angaben seiner Familie im Sommer 2020 vom iranischen Geheimdienst in Dubai festgenommen und verschleppt worden. Seitdem sitzt er im Iran im Gefängnis.

Am 21. Februar wurde er wegen Terrorvorwürfen zum Tode verurteilt, Ende April bestätigte das Oberste Gericht das Urteil. Die Hinrichtung könnte nach Einschätzung von Menschenrechtsgruppen bereits in den kommenden Wochen erfolgen.

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