Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat nach dem Tod von zwei Mitarbeitern der US-Botschaft und zwei mexikanischen Ermittlern Aufklärung von der Regierung des nördlichen Bundesstaates Chihuahua gefordert. Die vier Personen sollen auf dem Rückweg von einer gemeinsamen Drogenoperation ums Leben gekommen sein. Wie Sheinbaum am Montag vor Journalisten erklärte, sei sie über die Zusammenarbeit zwischen US-Behörden und der Lokalregierung bei der Droggenrazzia nicht informiert gewesen, berichtet die Nachrichtenagentur AP.
Bei dem Einsatz seien im Bundesstaat Chihuahua sechs illegale Drogenlabore durchsucht worden, dem dreimonatige Ermittlungen vorausgegangen seien. Laut dem Generalstaatsanwalt von Chihuahua, César Jáuregui, starben die Einsatzkräfte am Sonntag bei einem Autounfall. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, war ihr Konvoi aus insgesamt fünf Einsatzwagen auf der Rückfahrt von einer Großrazzia, als das führende Fahrzeug von der Straße abkam und in eine Schlucht stürzte.
Bei den Mexikanern handelte es sich laut Jáuregui um Pedro Román Oseguera Cervantes, Direktor der staatlichen Ermittlungsbehörde, und den Beamten Manuel Genaro Méndez Montes, wie NBC News berichtet. Die beiden US-Mitarbeiter wurden als Ausbilder beschrieben, die mexikanische Sicherheitskräfte schulen, identifiziert wurden sie nicht.
„Es war keine Operation, von der das Sicherheitskabinett wusste“, sagte Sheinbaum laut AP. „Wir wurden nicht informiert; es war eine Entscheidung der Regierung von Chihuahua.“ Für eine solche Zusammenarbeit auf Bundesstaatsebene sei eine Genehmigung der Bundesregierung nötig, „wie in der Verfassung festgelegt“. Sie kündigte gegenüber AP an, prüfen zu lassen, ob Gesetze gebrochen wurden.
Botschafter spricht von „tragischem Verlust“
US-Botschafter Ronald Johnson sprach laut NBC von einem „tragischen Verlust“ und einer „feierlichen Erinnerung an die Risiken, denen sich mexikanische und US-amerikanische Beamte zum Schutz unserer Gemeinden aussetzen“. Die US-Botschaft in Mexiko-Stadt bestätigte laut AFP den Tod ihrer Beamten. Die Gouverneurin von Chihuahua, Maru Campos, würdigte laut NBC die Arbeit Osegueras für „den Frieden und die Sicherheit der Menschen in Chihuahua“.
Sheinbaum betonte gegenüber AP, es gebe „keine gemeinsamen Operationen zu Land oder in der Luft“, lediglich einen gegenseitigen Informationsaustausch in einem „gut etablierten“ Rechtsrahmen. Für Montag kündigte sie ein Treffen zwischen Botschafter Johnson und der mexikanischen Außenministerin an.
Der Vorfall fällt laut AP in eine Phase wachsenden Drucks von US-Präsident Donald Trump auf die Sheinbaum-Regierung, härter gegen Kartelle vorzugehen. Trumps Regierung führt bereits gemeinsame Militäroperationen in Ecuador durch. Bereits im Januar hatte die Festnahme des früheren kanadischen Sportlers Ryan Wedding für Diskussionen gesorgt: Mexiko sprach von einer Selbstgestellung in der US-Botschaft, Washington von einer binationalen Operation, so AP. Die Gemeinde Morelos liegt laut NBC rund 580 Kilometer südwestlich des Grenzübergangs bei El Paso, Texas.
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