Die Menschen haben Tränen in den Augen, Hunderte stimmen die französische Nationalhymne „Marseillaise“ an, als das Brandenburger Tor in die Farben Blau, Weiß und Rot getaucht wird.
Rund 2000 Menschen versammelten sich nach Angaben der Polizei zu Spitzenzeiten am Samstagabend auf dem Pariser Platz, um am Tag nach den Terroranschlägen von Parisgemeinsam zu trauern. Stunden zuvor hatten auch andere Metropolen wie New York, Toronto und Sydney ihre Wahrzeichen in den französischen Nationalfarben illuminiert.
Blumen, Kerzen, Briefe - Menschen trauern an der französischen Botschaft am Brandenburger Tor.
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Die Fahnen am Reichstag hängen auf Halbmast.
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Viele Menschen haben ihre Gedanken auf Plakaten niedergeschrieben.
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Ein Ort der Trauer: die französische Botschaft in Berlin am Samstag.
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Kinder zünden vor der französischen Botschaft in Berlin Kerzen an.
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Viele Menschen gedenken in Berlin am Samstag der Opfer der Pariser Terroranschläge.
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Auch am Maison de France wird an die Opfer des islamistischen terroranschlags gedacht. Vereinzelt kommen Passanten in legen Kerzen, Blumen und Briefe ab.
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Ein Plakat vor der französischen Botschaft in Berlin.
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An der französischen Botschaft am Brandenburger Tor wurden die französische Flagge und die Fahne der Europäischen Union auf Halbmast gesetzt.
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Die Menschen in Berlin drücken ihr Mitgefühl auch durch Zeichnungen aus.
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Der Eintrag von Bundespräsident Joachim Gauck im Kondolenzbuch der französischen Botschaft.
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Menschen finden sich am Samstag zur Trauer auf dem Pariser Platz in Berlin ein.
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Viele bekunden am Pariser Platz ihre Solidarität mit Frankreich.
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Rund 1000 Menschen versammelten sich am Samstagabend vor dem Brandenburger Tor.
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Eine Frau trägt auf dem Pariser Platz ein Schild mit der Aufschrift "Solidarität - Wir schaffen Das!".
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Mit unzähligen Kerzen und Blumen drücken Berliner ihr Mitgefühl und ihren Beistand aus.
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Vor dem Brandenburger Tor halten Menschen Plakate mit Solidaritätsbekundungen für Frankreich.
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Unter den Trauernden am Pariser Platz war auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Auf dem Landesparteitag der Berliner Sozialdemokraten am Nachmittag hatte er davor gewarnt, die Terroranschläge von Paris für rechtspopulistische Zwecke auszunutzen: "Die Menschen, die hierher kommen, flüchten doch genau vor diesen Terroristen", sagte Müller.
Um kurz vor 18 Uhr hatten Michael Müller und eine Delegation des Senats und des Abgeordnetenhauses von Berlin sich im Kondolenzbuch in der Französischen Botschaft eingetragen. Botschafter Philippe Etienne habe sich dafür und für die große Anteilnahme der Berliner bedankt, sagte Müller anschließend der Berliner Zeitung. Mit ihm waren Innensenator Frank Henkel, Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer, Justizsenator Thomas Heilmann (alle CDU) sowie Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) in der Botschaft. Müller hat auch der Pariser Bürgermeisterin Anne Hildalgo geschrieben und seine Bestürzung und sein tiefes Beileid wegen der Terroranschläge in der franzöisschen Hauptstadt ausgedrückt.
Bereits seit dem Vormittag waren Berliner, Touristen und Franzosen zur französischen Botschaft gekommen. York Hinz legte drei weiße Rosen an das Absperrgitter, das seit der Nacht zu Sonnabend vor der französischen Botschaft am Pariser Platz in Berlin steht.
Der großgewachsene Mann und seine Frau Sabine hatten Tränen in den Augen, als sie zurücktraten. „Wir sind geschockt und einfach nur sprachlos“, sagte Hinz kurz darauf. Was ihn mit Frankreich verbinde? „Unsere erste Reise ist vor Jahren nach Paris gegangen, und unsere Tochter hat dort studiert“, sagte Sabine Hinz. Das Ehepaar kommt aus Berlin.
Der Himmel war grau, es wehte ein heftiger Wind. Trotzdem hatten es sich viele nicht nehmen lassen, zum Pariser Platz zu kommen. Sie hatten Blumen dabei, Kerzen oder Plüschtieren. Sie verharrten vor der Absperrung und gedachten der über 128 Opfer, die die verheerenden Anschläge am Abend zuvor in der französischen Hauptstadt gefordert haben. Dicke Seifenblasen, die ein Aktionskünstler in den Himmel blies, schwebten über dem Platz. Polizeiwagen standen unweit der Absperrungen, die von Polizisten in schusssicheren Westen gesichert wurden.
Kerzen vor der Botschaft
Kirsten Wenzel und Yves Bunge waren mit ihrem achtjährigen Sohn Alexander gekommen. Die Familie aus Schöneberg hatte eine Kerze für die Menschen angezündet, die durch den Terror in Frankreich gestorben sind. „Die Anschläge galten auch uns“, sagte Kirsten Wenzel. Die Menschen müssten hier auf die Straße gehen, wenn die Leute in Paris sich dies derzeit nicht trauen würden. „Ich wünsche mir, dass ganz viele heute hierherkommen und zeigen, dass wir zu Frankreich stehen.“ Ihrem achtjährigen Sohn hatte sie am Morgen erklärt, was passiert war. „Ich habe ihm gesagt, dass das auch ein Angriff auf uns und unsere Stadt war“, sagte die Frau aus Schöneberg.
Neben ihr standen Eltern, die mit ihren beiden kleinen Kindern gekommen waren. Die Frau hatte sich zu ihren beiden Jungen gehockt. „Wir sprechen nun ein Gebet, dann könnt ihr dort die Plüschtiere ablegen“, sagte sie.
Um kurz nach 12 Uhr fuhr Bundespräsident Joachim Gauck an der Botschaft vor, auf dem die französische Flagge und die Flagge der Europäischen Union auf Halbmast wehten. Polizisten machten Gauck den Weg frei, hinter der Wagenkolonne schloss sich die Absperrung wieder. Der Bundespräsident stieg aus, er trug einen schwarzen Anzug und eine schwarze Krawatte. Vor der Tür zur Botschaft umarmte er den wartenden Botschafter Philippe Etienne. Gauck trug sich ins Kondolenzbuch ein. Später taten es ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel (sie schrieb „In tiefer Trauer und in großer Freundschaft“) und Bundesinnenminister Thomas de Maizière gleich.
Am frühen Nachmittag kamen immer mehr Menschen mit Blumen. Markus Weidemann und Werner Küstenmacher waren auch darunter. Sie hatten einen Strauß Rosen dabei. Die beiden evangelischen Pfarrer aus Bayern waren am Freitagabend bei der Verleihung des Medienpreises der Kindernothilfe anwesend. „Als die ersten Gäste der Gala nach der Veranstaltung auf ihre Handy geschaut haben, da war der Schock groß“, sagte Weidemann. Es sei ihm ein Bedürfnis gewesen, zur Botschaft zu kommen und „ein Stück weit Solidarität“ zu zeigen.
Erinnerung an Charlie Hebdo
„Die Anschläge zeigen, dass die terroristische Bedrohung näher ist, als man denkt“, sagte Werner Küstenmacher, der auch als freier Auto und Karikaturist arbeitet. Schon der tödliche Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo im Januar dieses Jahres habe ihn betroffen gemacht. Küstenmacher sagte auch, dass er den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard kenne. Westergaart wird seit der Veröffentlichung seiner Mohamed-Karikatur mit dem Tode bedroht, er lebt unter Polizeischutz.
Es waren auch viele Franzosen unter den Menschen, die zur Botschaft geeilt waren. Justine Divay war eine von ihnen. Die 21-Jährige war mit zwei Freundinnen, die aus Paris stammen, gekommen. Jede der drei Frauen hatte eine langstielige weiße Rose in den Händen. „Wir waren gestern in eine Bar und als ich nach Hause gekommen bin, meinte mein Freund, ich solle mal in den Computer schauen“, erzählte Divay. Es sei ein Schock gewesen. Die ganze Nacht habe sie geweint, die Schwester ihrer Freundin wohne in einer der Straßen, in denen es einen Anschlag gegeben habe. „Die Angst ist groß, dass es noch weiter geht“, sagte sie.
Justine Divay sagte, Paris sei immer eine weltoffene und junge Stadt gewesen. „Die Menschen, die dort starben, wollten nur leben, sie haben ein Konzert besucht oder eine Bar. Es waren ganz normale Menschen wie wir auch.“ Justine Divay fliegt Weihnachten nach Hause. Sie sagte, sie habe Angst vor dem Flug.
Einer Berliner sagte: „Ich bin verängstigt, aber ich glaube nicht, dass sowas in Berlin passieren kann. Ich habe Angst, dass Flüchtlinge nun pauschal als potentielle Terroristen abgestempelt werden.“ (mit dpa)
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