Staatssekretär

Nach Patrick Graichen kommt Philipp Nimmermann: Banker folgt auf Bulldozer

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck beruft einen Finanzexperten als Staatssekretär. Wer ist der Mann?

Julia Haak
2 Min
Philipp Nimmermann

Philipp Nimmermann

© Markus Scholz/dpa

Kein Ökolobbyist, kein Energiewendespezialist: Die wesentlichen Dinge über den Nachfolger des geschassten grünen Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium, Patrick Graichen, lassen sich am besten benennen, indem man erst mal aufzählt, was dieser Nachfolger alles nicht ist. Also: Philipp Nimmermann, ebenfalls ein Grüner, ist nicht nah dran an den toxischen Themen der Zeit.

Philipp Nimmermann soll Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium werden. Die Personalie bestätigte das Ministerium der Berliner Zeitung. Nimmermann soll wie Graichen für Energiethemen zuständig sein. Er ist allerdings kein Energie-, sondern ein Finanzexperte.

Philipp Nimmermann ist 57 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Er ist in Berlin geboren, machte in Frankfurt Abitur und studierte und promovierte dort. Nimmermann ist Ökonom, promovierte mit einer Arbeit zur Doppelbesteuerung, begann seine Berufslaufbahn bei der BHF-Bank und machte dort Karriere bis zum Chefvolkswirt.

Seit Januar 2019 ist er Staatssekretär im von den Grünen geführten hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. Vorher war er Staatssekretär im Finanzministerium in Schleswig-Holstein, zu einer Zeit, als Robert Habeck im selben Kabinett stellvertretender Ministerpräsident war. Daher kennen sich die beiden.

Ganz anderes Temperament als Patrick Graichen

Vom Temperament her ist Nimmermann, der Banker, wohl das glatte Gegenstück zum rustikal auftretenden Graichen. Er gilt in seinem Umfeld als gelassen, eher ruhig, vermittelnd und verbindend – während Graichen auch schon mal „Bulldozer“ genannt wurde.

Und so betont das Bundeswirtschaftsministerium im Hinblick auf die Personalie vor allem Nimmermanns Managementqualitäten. Nimmermann habe mehrfach bewiesen, dass er hochkomplexe Aufgaben stringent strukturieren könne. So begründet Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Berufung. Er sei in der Lage, in einem politisch aufgeladenen Umfeld breit getragene Lösungen zu schaffen.

Das ist in der emotional aufgeladenen Debatte um die Wärmewende sicher ein Vorteil. Darüber hinaus bringt Habeck mit seinem neuen Mann nun aber auch explizit finanzpolitische Expertise auf die Bretter, was im Ringen mit der FDP um Lösungen gewiss kein Nachteil ist. Philipp Nimmermann war in Hessen für die Regulierung des Energiesektors und die Wirtschaftsförderung, also für alle Subventionen zuständig. Und er kennt sich mit dem europäischen Beihilferecht aus. Im Bundeswirtschaftsministerium wird er diese Kenntnisse brauchen.

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