Trebbin

Kunstfälscher tot im Wald entdeckt

Er fälscht Kunstwerke, jahrelang. Dann fliegt seine Nebentätigkeit auf, er gesteht. Seine Leiche wird vergangenen Sonntag in einem Wald bei Trebbin entdeckt: Der 73 Jahre alte Detlef G., Studienrat und Kunstlehrer, sitzt leblos in seinem Auto.

Lutz Schnedelbach
3 Min

Ein pensionierter Studienrat und Kunstlehrer aus Schöneberg hat mehr als zehn Jahre Kunstwerke gefälscht und sie verkauft. 100.000 Euro soll der Ex-Galerist Detlef G. erbeutet haben, sagt die Polizei. Die Kunstwerke der deutsch-französischen Malerin Lou Albert-Lasard hatten es dem 73 Jahre alten Senior besonders angetan. Er liebte die Werke der Frau, die von 1885 bis 1969 gelebt hat. Besonderen Gefallen fand Detlef G. an den Aquarellen und Gouachen sowie handkolorierten Lithographien, die von der Künstlerin in den 20er Jahren hergestellt worden waren. Die Arbeiten zeigen Motive des Berliner Stadtlebens.

Der Hinweis, dass Detlef G. sein Geld mit Fälschungen verdiene, kam aus dem Kunsthandel, sagen Polizisten. Händlern waren Fälschungen aufgefallen, die ihnen angeboten wurden. Sie informierten die Polizei. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Durchsuchung der Wohnung des Seniors. Ein Richter genehmigte die Durchsuchung für den 12. November.

Beweise sichergestellt

Fahnder des Landeskriminalamtes stellten während der Durchsuchung Beweise sicher, die den Verdacht der Kunstfälschung erhärteten. So entdeckten die Polizisten auch einen Stempel mit dem Namen der Künstlerin Lou Albert-Lasard. Mit diesem Stempel versah Detlef G. seine Fälschungen und behauptete anschließend, dass das entsprechende Werk aus dem Nachlass der Künstlerin stammt. Mehr als 100 gefälschte Werke soll Detlef G. verkauft haben. Das hat er einen Tag nach der Durchsuchung seiner Wohnung den Ermittlern gesagt. Er räumte auch ein, bereits seit zehn Jahren seine Werke verkauft zu haben.

Einen Tag nach seinem Geständnis erstattete die Ehefrau des Galeristen eine Vermisstenanzeige, weil er nicht nach Hause gekommen war und sich auch nicht gemeldet hatte. Am vergangenen Sonntag wurde die Leiche des 73 Jahre alten Mannes gefunden. Der Tote lag in seinem Auto, das auf einem Waldweg bei Trebbin (Landkreis Teltow-Fläming) geparkt war. Detlef G. hatte sich das Leben genommen. Hinweise auf ein Verbrechen gebe es nicht, teilte die Polizei am Dienstag mit. Das Motiv für den Suizid ist noch unklar. Möglicherweise sei es ihm peinlich gewesen, dass die Fälschungen jetzt aufgeflogen sind, sagten Ermittler.

Flapsige Art

Detlef G. soll dafür gesorgt haben, dass die Fälschungen auch bei Wohltätigkeitsveranstaltungen an Prominente und Politiker verkauft worden sind. Der Senior soll sich in den vergangenen Jahren auch als Auktionator bei kirchlichen Versteigerungen einen Namen gemacht haben. Wenn er in Form war, dann gelang es ihm auf seine flapsige Art, die Preise in die Höhe zu treiben, sagen Bekannte.
Die Polizei, die ihre Ermittlungen in dem Fall noch nicht abgeschlossen hat, bittet jetzt um Mithilfe. „Wir suchen Käufer der Fälschungen, die mit dem Namensstempel der französischen Künstlerin versehen sind. Die Ermittler bitten Zeugen, sich unter der Rufnummer 4664 945 400 oder bei jeder Polizeidienststelle zu melden.

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