Im System der nationalsozialistischen Zwangsarbeit spielten Bordelle eine Rolle, die bisher nur in Fachkreisen bekannt war. Nun erinnert eine neue Ausstellung in Treptow-Köpenick mit dem Namen „Missing Female Stories“ an die vergessenen Zwangsbordelle im Nationalsozialismus. Bis zum 6. April ist die Ausstellung im Dokumentationszentrum in Schöneweide zu sehen, teilte das Bezirksamt mit.
Im Bezirk wird derzeit diskutiert, ob es an dem ursprünglichen Standort der Bordell-Baracken in der Königsheide archäologische Forschungen geben und Spuren gesichert werden sollen. Wie die Linksfraktion mitteilte, wurden zwischen 1943 und 1945 durch die Deutsche Arbeitsfront in der Königsheide Bordell-Baracken für Zwangsarbeiter betrieben. Zahlreiche Frauen wurden hier Opfer sexualisierter Gewalt.
1942 erteilte Heinrich Himmler den Befehl zum Bau von Bordellen in mehreren Konzentrationslagern. Dieses Thema war nach dem Zweiten Weltkrieg lange tabuisiert, ist jedoch mittlerweile durch verschiedene Filme, Studien und Ausstellungen bekannt, heißt es.
Schöneweide: Veranstaltung zur sexuellen Zwangsarbeit im NS
Bereits 1941 hatte Himmler die Errichtung von Bordellen für zivile Zwangsarbeiter veranlasst. Im gesamten Reichsgebiet entstanden sogenannte Fremdarbeiterbordelle, von denen es Ende 1943 bereits 60 gab. Bis heute ist diese Thematik kaum erforscht, doch die künstlerische Ausstellung „Missing Female Stories“ im Dokumentationszentrum widmet sich dieser erinnerungskulturellen Lücke.
Am kommenden Donnerstag, dem 13. Februar, um 19 Uhr findet im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit eine begleitende Veranstaltung zur „Missing Female Stories“-Ausstellung statt. Alle Informationen dazu gibt es auf der Webseite.
Quelle: Bezirksamt Treptow-Köpenick auf Facebook
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