Frankreich

Trotz Massenprotesten: Umstrittene Rentenreform in Frankreich tritt in Kraft

Am Freitag tritt die Rentenreform in Frankreich in Kraft. Zuvor gab es teils heftige Proteste, die auch in Gewalt umschlugen.

Team News dpa/BLZ
2 Min
Die französischen Gewerkschaften haben in der Vergangenheit gegen das höhere Renteneintrittsalter zum Protest aufgerufen. 

Die französischen Gewerkschaften haben in der Vergangenheit gegen das höhere Renteneintrittsalter zum Protest aufgerufen. 

© Bob Edme/AP

Nach gewaltsamen Protesten tritt in Frankreich nun die umstrittene Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron in Kraft. Große Kundgebungen zum Start der Reform am Freitag, mit der das Renteneintrittsalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre steigt, sind nicht angekündigt. Arbeitsminister Olivier Dussopt besucht anlässlich des Inkrafttretens der neuen Regeln am Freitag ein Regionalbüro der Rentenversicherung im elsässischen Mulhouse.

Die Gewerkschaften hatten geschlossen Front gegen die Reform gemacht und Massenproteste mit Hunderttausenden Teilnehmern organisiert. Die Kundgebungen schlugen teils in Gewalt um, nachdem die Regierung die Reform nach turbulenter Debatte ohne Abstimmung durchs Parlament gedrückt hatte. Das Präsidentenlager war sich ausreichender Unterstützung durch andere Parteien am Ende nicht sicher gewesen, daher der ungewöhnliche Schritt. Begleitet wurden die Proteste von Streiks bei Bahnen und an den Flughäfen. Wochenlang wurde in Teilen von Paris kein Müll abgefahren.

Rente: Situation ist auch in Deutschland ähnlich

Macron hatte das sensible Thema Rente eigentlich schon in seiner ersten Amtszeit auf die Agenda gehoben. Nach den sogenannten Gelbwesten-Protesten kam jedoch die Corona-Pandemie und die Reform wurde vorerst abgeblasen. Im Wahlkampf 2022 kündigte der Präsident dann einen zweiten Anlauf an.

Auch bisher arbeiteten bereits viele Menschen in Frankreich über 62 Jahre hinaus, wenn sie mit Erreichen der Altersgrenze noch nicht lange genug für eine abschlagsfreie Rente eingezahlt hatten.

Macron begründete die Reform mit einem drohenden Defizit in der Rentenkasse. Denn angesichts einer alternden Bevölkerung müssten die Beschäftigten – ähnlich wie in Deutschland – mit ihren Beiträgen für eine steigende Zahl von Rentnern aufkommen. Um die Höhe der Rente stabil zu halten, müsse die Bevölkerung etwas länger arbeiten.

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