Großbritannien

Trotz Skandalen: Boris Johnson erhält Rückhalt für Premier-Kandidatur

Berichten zufolge hat der Ex-Premierminister ausreichend Fürsprecher aus seiner Fraktion für eine erneute Kandidatur. Favorit sei aber weiterhin Rishi Sunak.

Team News Alexander Schmalz dpa/lex
2 Min
Kandidiert Boris Johnson nochmal als Premierminister Großbritanniens? 

Kandidiert Boris Johnson nochmal als Premierminister Großbritanniens? 

© AP/Matt Dunham

Der nach zahlreichen Skandalen aus dem Amt geschiedene britische Ex-Premierminister Boris Johnson soll Berichten zufolge genügend Rückhalt in seiner Fraktion für eine erneute Kandidatur haben. Sowohl die BBC als auch der Sender Sky News berichteten am Samstag übereinstimmend unter Berufung auf eine Johnson nahestehende Insider-Quelle, dieser habe die Schwelle von 100 Unterstützern zusammen und könne damit antreten. Dies unterscheidet sich allerdings deutlich von den Zählungen der BBC und weiterer Medien, die auf bislang erst rund 50 öffentliche Unterstützer für Johnson kommen.

Offiziell hat der 58-Jährige jedoch seine Kandidatur noch gar nicht erklärt. Der Skandalpolitiker war am Samstag mit seiner Familie aus einem abgekürzten Karibikurlaub zurückgekehrt. Er hatte bislang nur Verbündete streuen lassen, er stehe bereit für eine Kandidatur.

Ex-Finanzminister Rishi Sunak weiterhin Favorit 

Liz Truss war am Donnerstag als Premierministerin mit der kürzesten Amtszeit jemals zurückgetreten, nachdem sich ihre Wirtschaftspolitik als unhaltbar erwiesen und sie zwei wichtige Kabinettskollegen verloren hatte. Die Partei hat ein Schnellverfahren angekündigt, so dass spätestens am kommenden Freitag feststehen soll, wer künftig an der Spitze der britischen Regierung stehen wird.

Als Favorit im Rennen um ihre Nachfolge gilt derzeit Ex-Finanzminister Rishi Sunak, der als erster möglicher Kandidat mehr als 100 konservative Abgeordnete hinter sich vereinen konnte. Auch er hatte jedoch bis Samstagnachmittag seine Kandidatur noch nicht offiziell gemacht. Außerdem ist noch die für Parlamentsfragen zuständige Ministerin Penny Mordaunt im Rennen. Johnson sei ein ernstzunehmender Konkurrent. Noch bis Montagnachmittag können Nominierungen eingehen.

Um ins Rennen für den Spitzenjob zu gehen, benötigen Kandidaten den Rückhalt von mindestens 100 Parlamentariern. Noch bis Montagnachmittag können Nominierungen eingehen. Schaffen mehr als zwei Kandidaten die nötige Schwelle, soll bei Abstimmungen in der Fraktion der Kreis verkleinert werden. Gibt es danach noch zwei Finalisten, kann die Parteibasis im Laufe der Woche in einem Online-Votum abstimmen. Die Entscheidung könnte auch schon früher als Freitag fallen, falls sich ein Kandidat freiwillig zurückzieht.

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