Ukrainekrieg

Trump-Gesandter Witkoff in Moskau gelandet – Putin will US-Sanktionen abwenden

Putin empfängt Trumps Sondergesandten Witkoff in Moskau. Es ist der letzte Versuch des Kremls, das drohende US-Sanktionspaket vor Ablauf des Ultimatums zu verhindern.

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Russlands Präsident Wladimir Putin (l) emppfängt den US-Sondergesandten im Kreml.

Russlands Präsident Wladimir Putin (l) emppfängt den US-Sondergesandten im Kreml.

© Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Der Sondergesandte des Weißen Hauses, Steve Witkoff, ist am frühen Mittwochmorgen in Moskau gelandet, nachdem der Kreml kurzfristig ein Treffen beantragt hatte, um drohende neue US-Sanktionen gegen Russland abzuwenden. Witkoff wurde am Flughafen von Russlands Investitionsgesandtem Kirill Dmitriev empfangen. Eine Stunde später spazierten sie gemeinsam durch den Zarjadje-Park in der Hauptstadt, der nur wenige Gehminuten vom Kreml entfernt liegt.

Dmitriev spielte in den letzten Monaten eine Schlüsselrolle bei drei Runden direkter Gespräche zwischen Delegationen aus Russland und der Ukraine in Istanbul sowie bei Gesprächen zwischen russischen und US-amerikanischen Beamten. Die Verhandlungen brachten keine Fortschritte bei der Beendigung des dreijährigen Krieges nach der russischen Invasion des Nachbarlandes.

Im Laufe des Vormittags veröffentlichte der Kreml Fotos und Videos, die zeigen, wie Russlands Präsident Wladimir Putin Trumps Sondergesandten empfängt. Beide schütteln sich dabei herzlich die Hand.

US-Präsident Donald Trump hatte Russland ein Ultimatum bis Freitag gesetzt: Sollte Moskau bis dahin keinen substantiellen Beitrag zu einem Waffenstillstand im Ukrainekrieg leisten, droht Washington mit neuen Strafmaßnahmen – darunter Importzölle auf russisches Öl sowie Sanktionen gegen dessen internationale Abnehmer.

Trump wird laut seinem vom Präsidentenpressedienst am Mittwoch gegen 16.30 Uhr im Weißen Haus eine Ankündigung machen. US-Medien zufolge könnte es sich dabei um zusätzliche Importzölle handeln.

Trotz US-Druck: Putin hält wohl an Eroberungszielen in der Ukraine fest

Doch der Kreml zeigt bislang wenig Kompromissbereitschaft. Wie Reuters unter Berufung auf Kreml-nahe Kreise berichtete, will Putin das Ultimatum verstreichen lassen. Ziel bleibe die vollständige Einnahme der ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson. Eine mit den Diskussionen vertraute Person sagte: „Er glaubt, Russland gewinnt – und dass zusätzliche US-Sanktionen kaum noch Wirkung zeigen.“ Putins politische Reputation sei eng mit dem Kriegserfolg verknüpft. Zwar wünsche sich der Kreml langfristig bessere Beziehungen zu den USA, aktuell habe der militärische Erfolg jedoch Vorrang. Auch der laufende Verhandlungsprozess mit Kiew werde eher als Signal Richtung Trump gesehen, konkrete Fortschritte gebe es jedoch kaum.

Trump ist von Putin enttäuscht

Vor Witkoffs Abreise hatte Trump nochmals seine Ungeduld signalisiert: „Wir werden sehen, was passiert. Danach entscheiden wir.“ Die Beziehungen zwischen Trump und Putin gelten seit Monaten als zunehmend angespannt. Moskaus fortgesetzte Raketenangriffe auf ukrainische Städte hätten Trumps Vertrauen in seinen russischen Amtskollegen erschüttert.

Während Witkoffs Besuch bereitet Washington weiterhin Sekundärsanktionen vor, die besonders Chinas und Indiens Energieimporte treffen könnten. Dennoch zögert Trump, Peking zu stark unter Druck zu setzen, da er parallel auf einen Handelsdeal mit China hinarbeitet.

Witkoff, ein Vertrauter Trumps aus der Immobilienbranche, hatte in den vergangenen Monaten eine geringere Rolle in den Ukraine-Gesprächen gespielt, rückt durch die aktuellen Entwicklungen jedoch wieder ins Zentrum der diplomatischen Bemühungen.

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