Täuschungsmanöver

Bericht: Trump musste für Abreise vom Nato-Gipfel in Catering-Container klettern

Vor laufenden Kameras stieg Trump nach dem Nato-Gipfel in der Türkei in seinen Regierungsflieger. Doch das war offenbar ein Täuschungsmanöver.

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US-Präsident Donald Trump war Anfang Juli auf dem Nato-Gipfel in Ankara.

US-Präsident Donald Trump war Anfang Juli auf dem Nato-Gipfel in Ankara.

© John Locher/AP/dpa

Für US-Präsident Donald Trumps Rückflug nach dem Nato-Gipfel in der Türkei hat das Weiße Haus Berichten zufolge zu einer höchst ungewöhnlichen List gegriffen. Der 80-jährige Präsident stieg in Ankara vor laufenden Kameras in die Regierungsmaschine ein, stieg dann aber laut offenbar unbemerkt in einen seitlich an dem Jet platzierten Catering-Container.

Dessen Laster brachte ihn auf dem Flughafen inkognito zu einem kleineren US-Militärflugzeug, mit dem er nach Großbritannien flog.

Wie Trump im Catering-Container aus Ankara verschwand

Dem Bericht der Washington Post zufolge kletterte Trump in den Container, der sonst zum Beladen von Bordmahlzeiten dient. Der zugehörige Laster fuhr ihn über das Flughafengelände zu einem kleineren US-Militärflugzeug. Mit dieser Maschine flog der Präsident nach Großbritannien.

Auch die New York Times berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten über das Manöver nach dem Nato-Gipfel.

Warum die alte Air Force One zum Köder wurde

Die große, hellblaue Boeing 747 hob derweil ohne den Präsidenten ab. Sie landete in Großbritannien, während Trump längst getrennt unterwegs war. Erst dort fügte sich die Inszenierung wieder zusammen.

Der Tross wechselte von der alten Regierungsmaschine in den neuen Jet, den Trump aus Katar geschenkt bekommen hatte. Auch der Präsident stieg nun dort ein.

Der Öffentlichkeit sollte der Eindruck bleiben, Trump habe die gesamte Reise in den offiziellen Maschinen absolviert. In den USA verließ er den Flieger schließlich wieder vor laufenden Kameras.

Wer nichts von dem Täuschungsmanöver wusste

Besonders brisant: Nicht einmal alle Mitreisenden waren offenbar eingeweiht. Laut Washington Post ahnten selbst einige Mitarbeiter des Weißen Hauses nichts, die in der Türkei mit in die Regierungsmaschine gestiegen waren. Sie flogen also mit – ohne den Präsidenten an Bord.

Auch die Gruppe von Journalisten, die Trump regelmäßig auf Reisen begleitet, saß in der Maschine. Über die mögliche iranische Bedrohung wurde sie dem Bericht zufolge nicht informiert.

Die Zeitung stützt sich auf eingesehene Dokumente sowie auf einen mit dem Vorgang vertrauten US-Beamten und eine weitere eingeweihte Person.

Wie das Weiße Haus auf den Bericht reagierte

Eine direkte Bestätigung gab es nicht. Kommunikationsdirektor Steven Cheung ging auf die Details nicht ein. Er verwies stattdessen auf die vielen Feinde Amerikas, die es auf den Präsidenten abgesehen hätten – so wie Trump es kürzlich selbst formuliert habe.

Man nutze „jedes uns zur Verfügung stehende Mittel“, um solchen Bedrohungen zu begegnen, so Cheung.

Warum Trump von der iranischen „Todesliste“ spricht

Am 28. Februar hatten die USA gemeinsam mit Israel den Iran angegriffen. Der Nato-Gipfel fand in der Türkei statt – einem Nachbarland des Irans. Schon dort spielte Trump den Flugzeugwechsel herunter. Er fliege „der alten Zeiten wegen“ mit der älteren Maschine, sagte er.

Auf Sicherheitsbedenken angesprochen, wurde er in Ankara deutlicher: „Ich bin die Nummer 1 auf der Todesliste des Iran“.

Warum Trump ohnehin die Air Force One getauscht hatte

Der Flugzeugtausch war schon vor dem Täuschungsmanöver Thema. Trump war mit dem neuen Regierungsflieger in die Türkei gereist. Für den Rückweg griff er dann zur älteren Maschine.

Medienberichte legten nahe, dass der von Katar geschenkte Jet bei der beschleunigten Umrüstung durch das US-Militär nicht alle Sicherheitsvorkehrungen der älteren Maschine erhalten hatte. Nach der Reise kündigte Trump eine Nachrüstung an, ohne Einzelheiten zu nennen.

Die New York Times hatte zuvor unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, Trump sei auf Anraten des Secret Service mit der alten Air Force One zum britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall geflogen – aus Sicherheitsgründen.

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