US-Präsident Donald Trump hat in einem Telefonat mit europäischen Staats- und Regierungschefs eingeräumt, dass der russische Präsident Wladimir Putin derzeit nicht bereit sei, den Krieg in der Ukraine zu beenden, da er überzeugt sei, ihn zu gewinnen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf drei mit dem Gespräch vertraute Personen.
Dem Bericht zufolge soll es das erste Mal gewesen sein, dass Trump offen einräumte, Putin wolle den Krieg nicht beenden. Bislang hatte Trump öffentlich wiederholt betont, er glaube, der russische Präsident strebe tatsächlich Frieden an.
Das Gespräch zwischen Trump und den europäischen Staats- und Regierungschefs soll kurz nach dem Telefonat des US-Präsidenten mit dem Kremlchef stattgefunden haben. Daran nahmen laut WSJ der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der französische Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen teil.
Kurz nach seinem Telefonat mit Putin zum Ukrainekrieg soll Trump u.a. mit Merz und Meloni gesprochen haben.
© Kay Nietfeld/dpa
Vorerst keine neuen US-Sanktionen gegen Russland
In einem ersten Telefonat mit den Europäern am Sonntag, also am Vorabend seines Gesprächs mit Putin, soll Trump dem WSJ zufolge angedeutet haben, im Falle einer Weigerung Moskaus zu einem Waffenstillstand auch Sanktionen in Betracht zu ziehen. Doch während einer Anhörung im US-Senat am Dienstag, räumte Außenminister Marco Rubio ein, dass Trump derzeit zögere, neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Trump glaube, „wenn wir jetzt mit Sanktionen drohen, werden die Russen aufhören zu reden“, so der US-Außenminister.
Das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahme ab und verwies stattdessen auf Trumps Beitrag in sozialen Medien vom Montag, kurz nach seinem Telefonat mit Putin. Darin schrieb er: „Der Ton und die Atmosphäre des Gesprächs waren ausgezeichnet. Wäre es anders gewesen, würde ich das jetzt sagen.“
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Merz: „Keine Zeichen dafür, dass dieser Krieg schnell endet“
Merz hatte sich am Mittwoch angesichts der andauernden Angriffe trotz aller diplomatischen Bemühungen besorgt gezeigt. „Das, was wir gegenwärtig in der Ukraine erleben, mit Russland erleben, lässt mich einigermaßen besorgt sein über die nächsten Tage, Wochen und vielleicht Monate“, sagte der CDU-Politiker beim Tag der Bauindustrie in Berlin.
„Mir war es wichtig, dass wir sehr schnell aus Deutschland heraus ein Zeichen setzen, dass wir mehr als vorher darum bemüht sein wollen, wieder abgestimmt mit unseren europäischen Partnern, aber auch abgestimmt, wo immer möglich, abgestimmt mit unseren amerikanischen Partnern vorzugehen“, sagte Merz. Zugleich zeigte er sich nach dem jüngsten Telefonat zwischen Trump und Putin ernüchtert: „Es gibt im Augenblick keine Zeichen dafür, dass dieser Krieg schnell endet“, so der Bundeskanzler. (mit dpa)
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