US-Präsident Donald Trump hat seine möglichen Ambitionen auf eine dritte Amtszeit untermauert – obwohl die US-Verfassung nur zwei Amtszeiten erlaubt. In einem am Sonntag geführten Telefoninterview mit dem Nachrichtensender NBC sagte Trump auf eine entsprechende Frage: „Ich scherze nicht.“ Später äußerte sich Trump erneut dazu. Es gebe „Methoden“, mit denen eine dritte Amtszeit möglich sein könnte, sagte der Präsident in dem NBC-Interview. „Viele Leute“ wollten, dass er eine dritte Amtszeit anstrebe.
Auf die Frage des Senders nach einem möglichen Szenario, bei dem Vizepräsident J.D. Vance als Präsident kandidieren und das Amt dann an Trump abtreten würde, sagte der Republikaner: „Das ist eine Möglichkeit.“ Er fügte hinzu, dass „es andere gibt“, nannte aber zunächst keine weiteren Einzelheiten.
Später äußerte sich der US-Präsident erneut zu der Frage. „Wir haben noch fast vier Jahre vor uns, und das ist eine lange Zeit“, sagte Trump vor Journalisten an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One. Dennoch sagten „so viele Leute“, dass er erneut kandidieren müsse. „Sie lieben die Arbeit, die wir machen“, sagte Trump offenbar mit Blick auf seine politischen Verbündeten und Unterstützer.
Auf die Frage eines Journalisten, ob er vorhabe, sein Amt am 20. Januar 2029 nicht abzugeben, winkte Trump offenbar ab: „Ich erwäge das nicht, aber ich sage Ihnen, dass mich schon mehr Leute gefragt haben, ob ich eine dritte Amtszeit haben möchte.“
Trump hatte bereits in den vergangenen Monaten öffentlich mit einer dritten Amtszeit geliebäugelt. Im Januar sagte er, er wisse nicht, ob ihm eine erneute Kandidatur für die Präsidentschaft untersagt sei. Die New York Times berichtete zudem, bereits im November habe Trump vor Kongressmitgliedern gesagt, er werde wohl nicht erneut kandidieren – „es sei denn, ihr sagt mir: ‚Er ist so gut, dass wir einen Weg finden müssen‘“.
Ist eine dritte Amtszeit Trumps überhaupt möglich?
Seit der Verabschiedung des 22. Verfassungszusatzes im Jahr 1951 ist darin vorgesehen, dass „niemand mehr als zweimal“ zum Präsidenten der USA gewählt werden darf. Der republikanische Kongressabgeordnete Andy Ogles hatte im Januar eine Initiative zur Erhöhung der Amtszeitbegrenzung auf drei Perioden eingebracht, ihr werden jedoch keine realistischen Chancen eingeräumt.
Einige Trump-Anhänger diskutieren seit Monaten über ein angebliches Schlupfloch, das es ihm ihrer Meinung nach ermöglichen würde, im Jahr 2028 als Vizepräsident von J.D. Vance oder einer anderen Person zu kandidieren. Diese Person würde dann zurücktreten, sodass Trump die Nachfolge antreten könnte. Derek Muller, Professor für Verfassungsrecht an der Universität von Notre Dame, erklärte jedoch gegenüber Associated Press, dass nach dem 12. Verfassungszusatz „jede Person, die verfassungsmäßig nicht für das Amt des Präsidenten infrage kommt, auch nicht für das Amt des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten infrage kommt“. Muller zufolge bedeutet dies, dass Trump, wenn er nach dem 22. Verfassungszusatz nicht mehr als Präsident kandidieren darf, auch nicht für das Amt des Vizepräsidenten kandidieren darf.
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