Geopolitische Szenarien

Blick ins Jahr 2026: Eine globale Ordnung der permanenten Unsicherheit

Mit Trumps Abkehr vom „alten Europa“ verliert der Westen seinen Referenzpunkt. 2026 muss sich die EU zwischen eigener Machtpolitik und strategischer Irrelevanz entscheiden. Eine Analyse.

8 Min

2026 markiert keine Rückkehr zur Stabilität, sondern institutionalisiert endgültig Unsicherheit als die neue Normalität. Seit Jahresbeginn 2025 regiert in Washington mit Donald Trump ein Präsident, der multilaterale Institutionen, internationale Handelsregeln sowie grundlegende Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung nicht als ordnungspolitische Grundlage, sondern primär als Beschränkung exekutiver Durchgriffsmacht begreift. Mit seiner Anfang 2025 als „Liberation Day“ gerahmten handelspolitischen Offensive und der Ankündigung eines pauschalen Zolls von zehn Prozent, ergänzt um sektorale Strafzölle von bis zu 60 Prozent insbesondere auf chinesische Importe sowie ausgewählte Industrien aus der EU und Mexiko, leitete der amerikanische Präsident den weitreichendsten protektionistischen Kurswechsel der Vereinigten Staaten seit dem Smoot-Hawley-Zollgesetz von 1930 ein.

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