Israel

Rede vor israelischem Parlament: Trump fordert vorsorgliche Begnadigung für Netanjahu

Das Gaza-Abkommen sei ein „Triumph für Israel und die Welt“, sagte Trump. Er äußerte sich auch zu einem Gerichtsverfahren gegen Netanjahu.

BLZ
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US-Präsident Donald Trump spricht vor dem israelischen Parlament.

US-Präsident Donald Trump spricht vor dem israelischen Parlament.

© Evelyn Hockstein/Pool Reuters/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung der dort verbliebenen Geiseln in seiner Rede vor dem Parlament in Jerusalem als „unglaublichen Triumph für Israel und die Welt“ bezeichnet. Es handle sich „nicht nur um das Ende eines Kriegs“, sondern um die „historische Morgenröte eines neuen Nahen Ostens“, sagte Trump am Montag vor der Knesset. Er fügte an: „Die Sonne geht über einem heiligen Land auf, das endlich Frieden gefunden hat.“

„Es ist der Beginn einer großen Eintracht und dauerhaften Harmonie für Israel und alle Nationen dieser Region, die bald wahrhaftig großartig sein wird“, fügte er der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hinzu. Er sagte weiterhin, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu „nicht der einfachste Typ im Umgang sei, aber das macht ihn großartig. Das macht ihn gut. Vielen Dank, Bibi, tolle Arbeit.“

Trump: Gaza-Abkommen kam zur rechten Zeit

„Die Geiseln sind zurück, es fühlt sich so gut an, das zu sagen“, sagte Trump den Knesset-Mitgliedern, die jubelten. Trump sagte zudem, die USA hätten Israel mit so vielen Waffen beliefert, dass Israel „stark und mächtig“ wurde. Das habe letztlich zum Frieden geführt. Das Gaza-Abkommen komme zur rechten Zeit, da die israelischen Militäroperationen „schlimm und hitzig“ geworden seien, so Trump. „Ich sagte: ‚Bibi, dafür wird man sich viel mehr an Dich erinnern, als wenn Du diese Sache immer weiterlaufen lässt – töten, töten‘“, sagte Trump. Er wolle Netanjahu gratulieren, dass er „den Mut hatte zu sagen: ‚Das war's, wir haben gewonnen, und jetzt genießen wir unser Leben‘“.

Während seiner Rede schlug Trump außerdem vor, dass der israelische Präsident Isaac Herzog Netanjahu, gegen den wegen Korruptionsvorwürfen ein Gerichtsverfahren läuft, begnadigen sollte. „Hey, ich habe eine Idee, Herr Präsident (Herzog), warum begnadigen Sie ihn (Netanjahu) nicht? Begnadigen Sie ihn. Kommen Sie schon“, sagte der US-Präsident demnach.

Netanjahu ist in verschiedenen Fällen wegen Bestechung, Betrug und Untreue angeklagt. Das Verfahren ist zu einer politischen Konfliktlinie geworden, wobei seine Anhänger es als Hexenjagd bezeichnen und seine Kritiker Rechenschaft fordern. Netanjahu bestreitet die Vorwürfe.

Trump-Rede von Zwischenrufer unterbrochen

Kurz nach Beginn der Rede begann ein linksgerichtetes Mitglied der Knesset Reuters zufolge zu schreien und wurde aus dem Saal entfernt. Der Sprecher der Knesset entschuldigte sich daraufhin bei Trump, der mit Blick auf die schnelle Reaktion antwortete: „Das war sehr effizient.“

Im Gazastreifen war am vergangenen Freitag eine Waffenruhe in Kraft getreten, nachdem Israel und die Hamas dem ersten Teil eines von Trump vorgeschlagenen Friedensplans zugestimmt hatten. Im Rahmen der Vereinbarung ließ die Hamas am Montagmorgen 20 lebende israelische Geiseln frei, die im Gazastreifen festgehalten wurden. Danach begann Israel mit der Freilassung palästinensischer Gefangener.

Zeitgleich mit der Rückkehr der Geiseln landete US-Präsident Donald Trump, dessen 20-Punkte-Plan die Waffenruhe herbeigeführt hatte, an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One in Tel Aviv. Während seines Kurzbesuchs in Israel wollte Trump mit Geiselangehörigen zusammentreffen und in Jerusalem eine Rede vor der Knesset halten. Anschließend wollte er zu einem Gipfeltreffen mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs nach Ägypten weiterreisen. (mit AFP)

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