Geopolitik

Trumps Zolldrohungen: Indien kritisiert Europas Doppelmoral

In einer Mitteilung verteidigt das indische Außenministerium seine Ölimporte aus Russland. Es nimmt dabei Bezug auf den europäisch-russischen Handel.

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Indiens Premierminister Modi will weiterhin Öl aus Russland importieren – zum Missfallen der USA und der EU.

Indiens Premierminister Modi will weiterhin Öl aus Russland importieren – zum Missfallen der USA und der EU.

© Hindustan Times/imago

Der Zollstreit sorgt für globale Verstimmungen. Das indische Außenministerium veröffentlichte nun eine Stellungnahme, in der es die Forderungen aus den USA und der EU nach einer Reduktion der Rohölimporte aus Russland scharf verurteilte. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat Indien seine Ölimporte aus Russland ausgeweitet. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurden im Jahr 2024 rund 70 Prozent des russischen Rohöls nach Indien exportiert.

US-Präsident Donald Trump drohte Indien zuletzt mit einem Zollsatz von 25 Prozent, sollte das Land seine Ölimporte aus Russland nicht einstellen. Nachdem Indiens Premierminister Narendra Modi bereits angekündigt hatte, weiterhin Öl aus Russland zu importieren, veröffentlichte das indische Außenministerium am Montag ein Statement, in dem es die Importe verteidigte.

Einerseits, so das Außenministerium in Neu-Delhi, hätten die USA Indien nach Ausbruch des Ukrainekriegs zu den Importen ermutigt, um die globalen Energiemärkte zu stabilisieren. Die Importe dienten ausschließlich dem Zweck, den indischen Verbrauchern eine stabile und kostengünstige Energieversorgung zu sichern.

Die Forderungen seitens der EU und der USA werden darüber hinaus mit Blick auf deren eigenen Handel kritisiert: „Es ist jedoch bezeichnend, dass dieselben Nationen, die Indien kritisieren, selbst mit Russland Handel treiben. Und anders als in unserem Fall handelt es sich dabei nicht um elementare nationale Interessen.“

So überstieg das Handelsvolumen zwischen der EU und Russland selbst in den Jahren 2023 und 2024 das zwischen Indien und Russland. Dabei handelte es sich nicht nur um Energieimporte, sondern auch um Dünger, Bergbauerzeugnisse, Chemikalien sowie Maschinenbauprodukte. Auch zwischen den USA und Russland gibt es weiterhin einen regen Handelsaustausch.

Die Forderung nach einer Reduktion der indisch-russischen Handelsbeziehungen lehnt das Außenministerium in Neu-Delhi daher als ungerechtfertigt und unbegründet ab.

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