Die britische Regierung hat sich gegen einen Vorschlag von Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel gestellt, wonach Kinder wegen des WM-Achtelfinals gegen Mexiko am Montag offiziell die Schule schwänzen dürften. „Kinder sollten am Montag in der Schule sein", sagte eine Sprecherin von Premierminister Keir Starmer laut dem Guardian. Es liege aber an den Eltern, eine eigene Entscheidung zu treffen.
Das Spiel im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt wird nach britischer Zeit um 1 Uhr angepfiffen und kann bei Verlängerung bis mindestens 3 Uhr dauern. Tuchel hatte nach dem 2:1-Sieg gegen die Demokratische Republik Kongo an die Eltern appelliert: „Schreibt eine Entschuldigung für die Schule und lasst sie Fußball schauen." Eine Weltmeisterschaft finde nur alle vier Jahre statt.
Ministerin warnt vor versäumtem Unterrichtsstoff
Bildungsministerin Jacqui Smith wies den Vorstoß im Radiosender LBC zurück. Sie wolle keine Spielverderberin sein, sagte Smith laut Guardian. Der größere Nachteil sei, wenn jungen Menschen später das nötige Wissen fehle. Sie selbst wolle sich am Sonntagnachmittag mit einem kurzen Schlaf vorbereiten und das Spiel verfolgen.
Nach Angaben der Babysitter-Vermittlungs-App Bubble stiegen die Buchungen für den Montagmorgen um 50 Prozent, wie der Guardian berichtete. Starmer werde nach Aussage seiner Sprecherin wie andere Fans vor der Frage stehen, ob er aufbleibt. Sein Terminkalender am Montag sei wie üblich voll.
Streit um Pub-Öffnungszeiten
Parallel hat die Regierung eine Ausweitung der Öffnungszeiten für Kneipen auf den Weg gebracht. Die bereits gelockerten Lizenzregeln decken laut Guardian nur Anstoßzeiten zwischen 17 und 22 Uhr britischer Zeit ab - für das 1-Uhr-Spiel galten sie nicht.
Wirtschaftsministerin Kate Dearden hatte zunächst gesagt, die Vorschriften würden „bedauerlicherweise" nicht weiter gelockert. Später berichtete die Sun, Starmer habe eine Notregelung auf den Weg gebracht, nach der Pubs und Bars in England und Wales bis 5 Uhr geöffnet bleiben können.
Der Minister für Kommunales, Steve Reed, schrieb zunächst an die Kommunen und bat sie, entsprechende Anträge zu genehmigen. Nach der später berichteten Notregelung soll die Ausnahme landesweit für England und Wales gelten. In Leamington Spa hatte der Bezirksrat Warwick laut BBC einen Antrag des Pub-Betreibers Jason Cleary abgelehnt, weil die gesetzliche Frist von fünf Werktagen nicht eingehalten worden sei.
Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan forderte laut Guardian eine Ausnahmegenehmigung. Emma McClarkin vom Brauerei- und Pub-Verband BBPA erklärte, es wäre bedauerlich, wenn Kneipen ein solches Spiel nicht zeigen könnten.
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