US-Moderator Tucker Carlson hat mit neuen Aussagen über den russischen Präsidenten Wladimir Putin für Aufsehen gesorgt. In der jüngsten Ausgabe seiner „Tucker Carlson Show“ bezeichnete der frühere Fox-News-Moderator Putin als den „effektivsten Führer“ seiner Lebenszeit. Zugleich stellte er den Kremlchef in einem ungewöhnlich positiven Licht dar, indem er ihn als weniger „böse“ bezeichnete als den ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden.
„Warum soll er böser sein als Biden? Ich kann mir das nicht einmal vorstellen“, sagte Carlson in einem Gespräch mit dem konservativen Podcaster Michael Knowles. „Wenn jemand meint, Joe Biden sei ein besserer Führer oder ein besserer Mensch als Wladimir Putin, dann weiß ich nicht, was ich sagen soll. Das ist doch verrückt.“ Nach Carlsons Einschätzung sei die Lage der Menschen in Russland unter Putin besser geworden: „Putin ist seit 25 Jahren an der Macht, sein Land hat sich verbessert. Die Menschen sind glücklicher. Sie mögen ihn tatsächlich.“
Tucker Carlson: USA sind unter Joe Biden „verwelkt“
Im Gegensatz dazu sei die US-Gesellschaft unter Biden ins Stocken geraten. „Das Land, dem er zu dienen geschworen hat, blühte nicht auf. Nein, es ist verwelkt“, so Carlson. Auf den Einwand seines Gesprächspartners, die Lage für Putin sei seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine deutlich schwieriger geworden, verwies Carlson kurz auf Umfragen und fügte hinzu: „Schauen Sie nach, da wird viel gemessen.“
Carlsons Äußerungen stoßen auf scharfe Kritik, weil Putin international für seine Politik und die Kriegsführung in der Ukraine verantwortlich gemacht wird. Dem russischen Präsidenten wird unter anderem die Deportation ukrainischer Kinder vorgeworfen. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hatte ihn erst kürzlich als „vielleicht schwersten Kriegsverbrecher unserer Zeit“ bezeichnet. Carlson war im Februar 2024 der erste westliche Journalist gewesen, der Putin seit Beginn des Ukrainekriegs 2022 in Moskau interviewen durfte. Der Auftritt wurde von vielen internationalen Medien als unkritisch und propagandistisch eingestuft.
Das 127 Minuten lange Interview mit Wladimir Putin erschien auf Tucker Carlsons Website und der Plattform X.
© Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP
Knowles distanzierte sich zwar nicht offen von Carlson, betonte aber, er stehe – egal, wer im Weißen Haus regiere – immer loyal zu den Vereinigten Staaten. Beide Gesprächspartner erklärten, ihre Werte von Patriotismus überwögen die Abneigung gegenüber einzelnen Politikern.
„Falscher Schwuler“: Carlson attackiert Ex-Verkehrsminister Buttigieg
Für zusätzlichen Wirbel sorgte Carlson mit einer Attacke gegen den ehemaligen US-Verkehrsminister Pete Buttigieg: Er bezeichnete ihn als „den falschen Schwulen“ und kündigte an, ihm „sehr konkrete Fragen über gleichgeschlechtlichen Sex“ stellen zu wollen, um zu prüfen, ob er diese beantworten könne. Buttigieg hatte sich 2015 während seiner Wiederwahlkampagne als Bürgermeister von South Bend öffentlich geoutet – ein bemerkenswerter Schritt in der konservativen Heimat von Mike Pence. Damit wurde er zum ersten offen schwulen Amtsträger in Indiana. An seiner sexuellen Orientierung wurden öffentlich nie ernsthafte Zweifel geäußert, was Carlsons Angriff besonders abwegig erscheinen lässt.
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