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Unglück in Bergwerk

Türkei: Mindestens 41 Tote bei Explosion in Mine, viele Bergleute verschüttet

Die Zahl der Toten nach dem Unglück in der Kohlemine steigt weiter. Noch immer sind Kumpel in der Grube. Rettungskräfte versuchen, zu den Eingeschlossenen zu gelangen.

Team News Kathrin Merz AFP/dpa/kme
3 Min
Bergleute bergen eine Leiche nach der Explosion in dem Bergwerk im türkischen Bartin. 

Bergleute bergen eine Leiche nach der Explosion in dem Bergwerk im türkischen Bartin. 

© AP/Nilay Meryem Comlek

Bei einem schweren Grubenunglück im Nordosten der Türkei sind mehr als 40 Bergleute getötet worden. Ein zunächst noch vermisster Bergarbeiter sei am Samstag tot geborgen worden, teilte Präsident Recep Tayyip Erdogan mit. Die Zahl der Todesopfer sei damit auf 41 gestiegen, die Rettungsarbeiten würden nunmehr beendet. Das Unglück in der Hafenstadt Amasra am Schwarzen Meer wurde am Freitagabend offenbar durch eine Methangasexplosion ausgelöst.

„58 Bergleute konnten sich selbst retten oder mit Hilfe der Einsatzkräfte gerettet werden“, sagte Innenminister Süleyman Soylu. 28 Bergleute seien verletzt worden. Fernsehaufnahmen zeigten, wie Sanitäter nach der Explosion die Geretteten mit Sauerstoff versorgten und sie dann ins Krankenhaus brachten.

Einige der Geretteten wollten jedoch lieber vor Ort bleiben: „Mir geht es gut, ich möchte hier bleiben, um meinen Kameraden zu helfen“, sagte ein Bergarbeiter dem TV-Sender NTV. „Ich weiß nicht, was passiert ist“, sagte ein anderer Bergarbeiter der Nachrichtenagentur Anadolu. „Da war ein plötzlicher Druck und ich konnte nichts sehen.“

„Uns bietet sich wirklich ein trauriges Bild“, sagte Soylu, als er mit Energieminister Fatih Dönmez den Unglücksort besuchte. Im Moment der Explosion hätten sich 110 Menschen in dem Bergwerk aufgehalten, 36 Bergarbeiter wurden laut Gouverneursamt von der Unfallstelle in Sicherheit gebracht.

Die Suche nach weiteren Minenarbeitern, die durch die Explosion in dem Kohlebergwerk eingeschlossen worden waren, wurde in der Nacht fortgesetzt. 49 Kumpel waren in zwei Stollen in 300 Metern und 350 Metern Tiefe eingeschlossen. Die örtliche Gouverneurin Nurtac Arslan sagte, 14 Arbeiter hätten es aus eigener Kraft aus der Mine geschafft. Nach Angaben der örtlichen Behörden gelang es mehr als 70 Einsatzkräften, etwa 250 Meter tief in das Bergwerk zu gelangen. Unklar war aber, ob sie weiter zu den eingeschlossenen Bergarbeitern vordringen können.

Explosion in türkischem Bergwerk: Methan könnte sich entzündet haben

„Fast die Hälfte der Arbeiter konnte evakuiert werden“, sagte der Bürgermeister von Amasra, Recai Cakir, dem türkischen Sender NTV. „Den meisten von ihnen geht es gut, aber es gibt auch Schwerverletzte.“

Energieminister Dönmez sagte, ersten Erkenntnissen zufolge habe sich eine Schlagwetterexplosion in der Mine ereignet. Grund dafür könnte die Entzündung von Methan gewesen sein. Die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad hatte zunächst erklärt, ein defekter Transformator habe die Explosion ausgelöst. Später zog die Behörde diese Aussage zurück und erklärte, in der Mine habe sich aus „unbekannten Gründen“ Methangas entzündet.

Die örtliche Staatsanwaltschaft erklärte, der Vorfall werde als Unfall behandelt, und leitete eine offizielle Untersuchung ein.

Präsident Recep Tayyip Erdogan teilte auf Twitter mit, er werde den Unglücksort am Samstag besuchen, um die Rettungsmaßnahmen zu „koordinieren“. Eine Untersuchung des Vorfalls sei eingeleitet worden. Die größte Oppositionspartei, die sozialdemokratische CHP, teilte mit, die Behörden hätten einen Bericht des Rechnungshofs aus dem Jahr 2019 ignoriert, in dem vor der Gefahr einer Grubengasexplosion in dieser Mine gewarnt worden sei.

In den vergangenen Jahren gab es mehrere schwere Minenunfälle in der Türkei, teils wegen mangelhafter Sicherheitsvorschriften. 2014 starben bei einer Explosion in einer Kohlenmine in der Provinz Manisa in der Ägäis-Region insgesamt 301 Menschen. Die Tragödie löste Proteste gegen die Regierung des damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan aus.

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