Übernahme

VW will die volle Kontrolle über Scania

Volkwagen will 90 Prozent der Aktien der schwedische Lastwagen-Tochter Scania übernehmen. Danach soll Scania von der Börse genommen werden. Die Anteilseigner stehen den Plänen noch ablehnend gegenüber.

BLZ
3 Min

Mit einer Rekordbilanz im Rücken steuert Volkswagen auf spannende Wochen zu: Europas größter Autobauer will bis Ende April die gesamte Macht bei seiner schwedischen Lastwagen-Tochter Scania an sich ziehen. Doch erste Fragezeichen tauchen schon auf.

Zwei institutionelle Scania-Anleger wollen das 6,7-Milliarden-Euro Angebot der Wolfsburger ablehnen, wie die Zeitung „Dagens Nyheter“ berichtete. Eine Vereinigung von privaten Anlegern hingegen begrüßte das Angebot. „Wir haben es aber noch nicht geprüft“, sagte Carl Rosén vom Verband schwedischer Aktionäre dem „Svenska Dagbldadet“.

Scania solle nicht während des laufenden Geschäftszyklus verkauft werden, zitierte „Dagens Nyheter“ den Versicherungs- und Finanzdienstleister Skandia Liv, der zu den größten Anteilseignern gehört. Weitere Aktionäre teilten mit, das Angebot prüfen zu wollen. Volkswagen will mit seinem Angebot in den Besitz von mehr als 90 Prozent der Aktiengesamtzahl gelangen und plant, Scania am Ende von der Börse zu nehmen. VW ist bereits seit 2000 an Scania beteiligt und hält heute direkt und indirekt 89,2 Prozent der Stimmrechte und 62,6 Prozent des Kapitals an dem Nutzfahrzeugunternehmen.

2013 Rekordbilanz für Volkswagen

Im Durchschnitt erwarten die Niedersachsen durch die engere Zusammenarbeit der Lkw-Töchter ein langfristiges zusätzliches Synergiepotenzial von mindestens 650 Millionen Euro beim operativen Ergebnis pro Jahr. Angesichts der langen Produktlebenszyklen im Nutzfahrzeuggeschäft werde es jedoch zehn bis 15 Jahre dauern, bis dieses Potenzial voll ausgeschöpft sein werde, erklärten die Wolfsburger. Die genannte Summe komme zu den bis Ende 2014 angekündigten Kostenvorteilen von 200 Millionen Euro hinzu. Damit kommt VW den anfangs von Aufsichtsratschef Ferdinand Piech in den Raum gestellten Kostenvorteilen von einer Milliarde Euro etwas näher.

Zeitgleich mit den Scania-Plänen vermeldete Europas größter Autobauer auch Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis und die Verpflichtung des Top-Managers Andreas Renschler, der dem Konkurrenten Daimler den Rücken kehrt. Er wird zum mächtigen neuen Mann im VW-Vorstand.

Volkswagen fuhr vor allem dank seiner jüngsten Marke Porsche auch 2013 eine Rekordbilanz ein: Die Wolfsburger sicherten sich sowohl beim operativen Gewinn als auch beim Umsatz Bestmarken. Dabei halfen vor allem ein starkes Schlussquartal und der Umstand, dass die im Sommer 2012 komplett übernommene Sportwagenschmiede Porsche 2013 erstmals volle zwölf Monate ihre Bilanzbeiträge beisteuerte. VW-Chef Martin Winterkorn: „Wir haben die für 2013 gesetzten Ziele erreicht und sogar übertroffen.“

Von den guten Zahlen profitieren sollen auch die Aktionäre des Autokonzerns: Geplant ist eine höhere Dividende. Beim Ausblick auf 2014 gibt sich VW vorsichtig. Beim größten Anteilseigener, dem Land Niedersachsen, herrschte große Zufriedenheit: „Volkswagen hat eine beeindruckende Bilanz für das Geschäftsjahr 2013 vorgelegt“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). (dpa, Reuters)

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