Arbeit

Unbezahlte Überstunden: So viel Geld schenken Berliner ihren Arbeitgebern

Jedes Jahr leisten die Menschen in Berlin etliche Stunden unbezahlte Arbeit. Denn: Aus einer aktuellen Erhebung geht hervor, dass viele Überstunden nie bezahlt werden.

Team News Sophie Barkey sba
2 Min
Frau sitzt im Homeoffice. Berliner machen jährlich Millionen von Überstunden.

Frau sitzt im Homeoffice. Berliner machen jährlich Millionen von Überstunden.

© Panthermedia/imago

Berlinerinnen und Berliner haben im vergangenen Jahr rund 37,33 Millionen Überstunden geleistet. Das zeigt der aktuelle „Überstunden-Monitor“ des Pestel-Instituts im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Demnach sind 24,04 Millionen dieser Arbeitsstunden von den Arbeitgebern nicht bezahlt worden.

Ausgehend vom Mindestlohn haben die Beschäftigten so ihren Unternehmen rund 346,12 Millionen Euro „quasi geschenkt“, wie Sebastian Riesner, Geschäftsführer der NGG Berlin-Brandenburg sagt. „Und das ist schon äußerst sparsam gerechnet.“

Besonders viele Überstunden in Berliner Hotels und Restaurants

Der Überstunden-Berg sei auch ein Gradmesser für den „massiven Fachkräftemangel“. Besonders eklatant sei die Lage im Gastgewerbe. „Allein in Hotels, Restaurants und Gaststätten leisteten die Beschäftigten im vergangenen Jahr in Berlin rund 1,01 Millionen Überstunden. 340.000 davon ohne Bezahlung“, so Riesner. Es werde höchste Zeit, „das Fachkräfte-Loch zu stopfen, das die Corona-Pandemie noch vergrößert hat.“ Riesner fordert attraktivere Löhne in der Branche, um junge Menschen für die Ausbildung in Hotel oder Restaurant zu gewinnen. 

Bundesweit wurden nach Angaben der NGG rund 761,5 Millionen Überstunden abgeleistet. 435,61 Millionen seien davon nicht bezahlt worden. Das entspreche 6,27 Milliarden Euro.

Die Wissenschaftler haben für den „Überstunden-Monitor“ aktuelle Mikrozensusdaten ausgewertet. Basis der Überstunden-Berechnung für Berlin ist die Übertragung von Branchen-Durchschnittswerten auf die Beschäftigungsstruktur der Hauptstadt.

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