Bei einem russischen Luftangriff auf ein Gefängnis in der südukrainischen Region Saporischschja sind in der Nacht zum Montag mindestens 16 Menschen getötet worden. Das teilte Regionalgouverneur Iwan Fedorow am Morgen mit. Weitere 35 Personen seien verletzt worden. Die Opfer erhielten derzeit medizinische Versorgung, so Fedorow. Ob es sich bei den Toten und Verletzten um Häftlinge oder Gefängnispersonal handelt, blieb zunächst unklar.
Den Angaben zufolge griffen russische Streitkräfte die Region insgesamt achtmal mit schweren FAB-Fliegerbomben an. Dabei wurden nicht nur Gebäude des Gefängnisses zerstört, sondern auch nahe gelegene Wohnhäuser beschädigt.
Teile des Gebiets Saporischschja stehen seit Beginn der russischen Invasion 2022 unter russischer Besatzung. Die übrigen Teile der Region sind regelmäßig Ziel von Luft- und Artillerieangriffen.
Weitere Angriffe auf die Ukraine
Ein Raketenangriff in der zentralukrainischen Region traf laut Regionalgouverneur Serhij Lysak die Stadt Kamjanske. Dort seien zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Ein Krankenhaus sei beschädigt worden. Bei weiteren Angriffen im Bezirk Synelnykiwsky und Welykomychayliwska seien zwei Menschen getötet worden, darunter eine 75-Jährige. Private Wohnhäuser seien beschädigt worden.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der südrussischen Region Rostow wurde den russischen Behörden zufolge ein Mensch in einem Auto getötet. Der Angriff zielte auf mehrere verschiedene Orte in der Region, wie der amtierende Regionalgouverneur Juri Sljusar bei Telegram mitteilte. In der Stadt Salsk wurden demnach durch herabfallende Drohnenteile zwei Züge getroffen, die Passagiere mussten evakuiert werden. Berichte über Verletzte gab es nicht.
Trump verkürzt Waffenruhe-Frist
Russland hatte zuletzt in der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk weitere Geländegewinne erzielt. Um den Druck auf Moskau in Bezug auf eine Waffenruhe zu verstärken, reduzierte US-Präsident Donald Trump am Montag seine zuvor gesetzte 50-Tage-Frist auf „zehn bis zwölf Tage“.
Trump hatte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Mitte Juli eine Frist von 50 Tagen zur Beendigung des Ukrainekriegs gesetzt. Wenn es in 50 Tagen keinen „Deal“ über einen Frieden in der Ukraine gebe, würden die USA „Zölle in Höhe von etwa 100 Prozent“ verhängen, sagte Trump. Demnach soll es sich um sogenannte Sekundärsanktionen gegen Länder wie China, Indien und Brasilien handeln, die weiter billiges Öl und Gas von Russland kaufen. (mit AFP)
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