Ukraine-Krieg

Armeechef: Militärische Lage in der Ostukraine „erheblich verschlechtert“

Die militärische Lage im Osten der Ukraine spitzt sich nach Angaben von Oleksandr Syrsky zu. Die russische Armee habe ihre Offensive „deutlich verstärkt“.

Team News AFP/BLZ
2 Min
Ukrainische Soldaten bereiten Haubitzengranaten vor.

Ukrainische Soldaten bereiten Haubitzengranaten vor.

© Iryna Rybakova/AP

Nach Angaben der ukrainischen Armeeführung spitzt sich die militärische Lage im Osten der Ukraine zu. Armeechef Oleksandr Syrsky sagte am Samstag: „Die Lage an der Ostfront hat sich in den vergangenen Tagen erheblich verschlechtert“. Die russische Armee habe seit der Präsidentschaftswahl vor einem Monat ihre Offensive „deutlich verstärkt“. Die Ukraine wolle daher „die problematischsten Verteidigungs-Zonen mit elektronischer Kriegsführung und Luftverteidigung verstärken“, kündigte Syrsky an.

Bereits vor Tagen hatte die ukrainische Armee von einer „schwierigen und angespannten“ Lage rund um die Stadt Tschassiw Jar gesprochen. Das Gebiet liege „unter Dauerfeuer“. Tschassiw Jar liegt etwa 20 Kilometer westlich von Bachmut, das im Mai vergangenen Jahres nach monatelangen Kämpfen von russischen Truppen erobert wurde.

„Der Feind greift unsere Stellungen in den Sektoren Lyman und Bachmut mit von gepanzerten Fahrzeugen unterstützten Kampfgruppen an“, sagte Syrsky. Im Gebiet Pokrowsk versuchten russische Truppen, die ukrainischen Verteidigungslinien mit dutzenden von Panzern und gepanzerten Truppen zu durchbrechen.

Ukrainischer Armeechef: Russische Armee erzielt „zeitweise taktischen Erfolg“

Laut dem Armeechef ist Russland dabei, seine Truppen mit neuen Einheiten zu verstärken. Dadurch erziele die russische Armee „zeitweise taktischen Erfolg“. Nur durch den Einsatz von High-Tech-Waffen könne es der Ukraine gelingen, „technische Überlegenheit über den Feind zu erlangen“, mahnte Syrsky: „Nur so können wir einen größeren Feind besiegen und die Bedingungen schaffen, strategisch die Initiative zu ergreifen.“ Zudem müsse die Ausbildung der ukrainischen Soldaten vor allem im Bereich der Infanterie verbessert werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky hatte angesichts der schwierigen Lage im Osten des Landes vor wenigen Tagen vor einer Niederlage seines Landes im Krieg gegen die russischen Angreifer gewarnt. Die Ukraine wartet auf weitere Militärhilfe der USA, die seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 wichtigster militärischer Unterstützung des Landes waren. Seit Ende vergangenen Jahres blockieren die Republikaner im US-Kongress unter Druck des früheren Präsidenten Donald Trump ein neues Ukraine-Hilfspaket im Umfang von 60 Milliarden Dollar (rund 55 Milliarden Euro).

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