Ukraine-Krieg

Mehrere Tote nach russischem Drohnenangriff auf Lebensmittelfabrik bei Kiew

Russische Drohnen haben erneut zivile Ziele in der Ukraine getroffen. Bei Angriffen nahe Kiew sowie in weiteren Regionen wurden mindestens elf Menschen getötet und 68 verletzt, darunter Kinder.

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Ein Feuerwehrmann löscht ein Feuer an einem Ort eines Angriffs in der Stadt Browary nahe Kiew (Archivbild).

Ein Feuerwehrmann löscht ein Feuer an einem Ort eines Angriffs in der Stadt Browary nahe Kiew (Archivbild).

© Genya Savilov/AFP

Russland hat seine Luftangriffe auf die Ukraine in der Nacht zum Donnerstag fortgesetzt. Nach Angaben ukrainischer Behörden wurden landesweit mindestens elf Menschen getötet und 68 weitere verletzt. Zu den Opfern zählen Beschäftigte eines zivilen Betriebs nahe Kiew sowie Kinder, die bei weiteren Angriffen verletzt wurden. Besonders schwer betroffen war die Region Kiew.

Besonders schwer betroffen war der Bezirk Browary nahe Kiew. Dort trafen russische Drohnen nach ukrainischen Angaben einen zivilen Lebensmittelbetrieb. Vier Menschen wurden getötet, vier weitere verletzt. Ein Bürogebäude fing Feuer, Teile der Konstruktion stürzten ein. Auf Fotos vom Einsatzort war das Schild eines Unternehmens zu erkennen, das Babynahrung und Milchprodukte herstellt.

Mehr als 200 Drohnen gegen die Ukraine

Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe in der Nacht zwei gelenkte Ch-59/69-Raketen sowie 216 Kampfdrohnen eingesetzt. Nach ukrainischen Angaben wurden 198 Drohnen abgefangen. Dennoch wurden Einschläge an 13 Orten registriert. Trümmer abgeschossener Drohnen gingen an zwölf weiteren Orten nieder. Die beiden Raketen hätten ihre Ziele nicht erreicht, teilte die Luftwaffe mit.

Familien mit Kindern von FPV-Drohne getroffen

In der ukrainischen Region Charkiw wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft sechs Zivilisten verletzt, als eine russische FPV-Drohne nahe zwei Familien einschlug. Unter den Verletzten befinden sich ein zweijähriges und ein zwölfjähriges Mädchen. Die Familien waren zu Fuß in dem Dorf Hubariwka unterwegs, als die Drohne explodierte.

Auch aus den Regionen Cherson, Sumy, Dnipropetrowsk und Saporischschja meldeten die Behörden weitere Tote und Verletzte. In der Region Sumy wurden zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt, darunter fünf Kinder. In Cherson starben nach offiziellen Angaben zwei Menschen, 17 weitere wurden verletzt.

Explosion bei Nova Poshta

Unabhängig von den nächtlichen Angriffen kam es am frühen Donnerstagmorgen zu einer Explosion in einem Sortierzentrum des ukrainischen Paketdienstes Nova Poshta in Kiew. Das Unternehmen bestätigte den Tod eines 58-jährigen Mitarbeiters. Zwei weitere Beschäftigte wurden verletzt.

Die Ursache der Explosion ist bislang unklar. Russische Luftangriffe wurden in der Hauptstadt in dieser Nacht nicht registriert. Ermittler untersuchen den Vorfall. Nova Poshta gehört zu den wichtigsten Logistikunternehmen des Landes und war seit Beginn des russischen Angriffskrieges wiederholt Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen.

Selenskyj wartet auf Antwort aus Moskau

Während die Kämpfe andauern, wartet die ukrainische Führung weiterhin auf eine Reaktion des Kremls auf einen offenen Brief von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Darin hatte er Kremlchef Wladimir Putin am Donnerstag direkte Gespräche über eine Friedenslösung vorgeschlagen und eine persönliche Begegnung in einem Drittstaat angeregt.

Aus Deutschland erhielt der Vorstoß Unterstützung. Außenminister Johann Wadephul forderte Putin bei einem Besuch in Mexiko-Stadt auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zugleich betonte der CDU-Politiker, Fragen der europäischen Sicherheit, möglicher Sicherheitsgarantien für die Ukraine und eines künftigen EU-Beitritts könnten nicht ohne die Europäer verhandelt werden. „Es ist jetzt an der Zeit, an den Verhandlungstisch zu kommen“, sagte Wadephul.

Eine direkte Antwort Putins blieb zunächst aus. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte lediglich, der russische Präsident werde über das Schreiben informiert. Nach russischen Medienberichten sagte Peskow zudem, Selenskyj könne jederzeit nach Moskau kommen, wenn er reden wolle. Putin selbst bekräftigte bei einem Treffen mit internationalen Journalisten in St. Petersburg seine bisherigen Forderungen. Laut Reuters erklärte er, eine Verhandlungslösung sei nur auf Grundlage früherer Kompromissvorschläge möglich, die bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Anchorage diskutiert worden seien. Zugleich betonte der Kremlchef, Russland sei bereit, den Krieg notfalls militärisch zu Ende zu führen, falls die Ukraine diesen Bedingungen nicht zustimme.

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