Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zu einem Besuch in Kiew eingeladen. Die Einladung erfolgt nach Trumps Erklärung, er könne den Krieg zwischen Russland und der Ukraine innerhalb von 24 Stunden beenden, wenn er wiedergewählt würde.
„Donald Trump, ich lade Sie in die Ukraine, nach Kiew, ein“, sagte Selenskyj in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem britischen Sender Channel 4 News. „Wenn Sie den Krieg binnen 24 Stunden beenden können, wäre es für Sie ein Leichtes, mich an jedem Tag zu besuchen, an dem ich hier bin.“
Selenskyj räumte ein, dass es sich bei diesen Äußerungen Trumps um reine Wahlkampfrhetorik handeln könnte, und fügte hinzu: „Aber wenn es sich um eine Art [diplomatische] Formel handelt, muss ich das wissen.“
In einem Interview im September hatte Trump behauptet, er würde wenige Stunden brauchen, um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu beenden. Er nannte keine Einzelheiten, um „nicht alle seine Verhandlungsmasse zu verlieren“, wie er damals sagte. „Ich würde bestimmte Dinge zu Putin sagen. Ich würde Selenskyj bestimmte Dinge sagen“, so Trump und fügte hinzu, er würde „einen fairen Deal für alle machen“.
Selenskyj: Keine Chance für Frieden mit Russland unter Putin
Außerdem hat Selenskyj in seinem neuen Interview bekräftigt, dass er mit Russland unter Kremlchef Wladimir Putin keine Chance für einen Frieden sieht. „Er will keinen Frieden mit der Ukraine“, sagte Selenskyj im Interview des britischen Fernsehsenders Channel 4. Putin wolle vielmehr mit seinem Krieg weiter das gesamte Land einnehmen, meinte Selenskyj. Zugleich betonte er einmal mehr, dass die Unterstützung des Westens für die Ukraine überlebenswichtig sei.
„Sie können uns mehr helfen, um zu gewinnen“, sagte Selenskyj mit Blick auf die westlichen Verbündeten, die Milliardenzahlungen an die Ukraine leisten und Waffen und Munition liefern. Er dankte auch für die bisherige Unterstützung. „Wir hätten nicht ohne US-Hilfe überleben können“, sagte er angesichts der Debatten in Washington um die weitere Militärhilfe zur Unterstützung des ukrainischen Abwehrkampfes gegen die russische Invasion. (mit dpa)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de