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Ukraine-Krieg

Ukrainischer Generalstab räumt ein: Russland erzielt „taktische Erfolge“

In der Region Charkiw läuft nach ukrainischen Angaben eine russische Bodenoffensive. Nun gibt der ukrainische Generalstab zu: Russland macht wichtige Fortschritte.

Team News AFP/BLZ
3 Min
Nach russischem Beschuss steht ein Feuerwehrmann in Charkiw im Qualm eines brennenden Hauses.

Nach russischem Beschuss steht ein Feuerwehrmann in Charkiw im Qualm eines brennenden Hauses.

© Ukrinform/dpa

Die ukrainische Armee gerät in der Region Charkiw durch die russische Offensive zunehmend in Bedrängnis. In der Nacht zum Montag sprach der ukrainische Generalstab auf Facebook von „taktischen Erfolgen“ auf russischer Seite. Besonders in Wowtschank, nahe der russischen Grenze, dauerten die Kämpfe an. Russische Soldaten rückten dort nach Polizeiangaben bereits bis an den Stadtrand vor.

Mehr als 30 Ortschaften in der Region Charkiw seien am Montag von „feindlichem Artillerie- und Mörserfeuer getroffen“ worden, erklärte Gouverneur Oleh Synehubow in Online-Netzwerken. In den vergangenen Tagen wurden demnach mehr als 5700 Menschen aus der Region evakuiert. Schätzungen zufolge befinden sich noch rund 500 Zivilisten in Wowtschansk.

Am Sonntag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von „erbitterten Kämpfen“ in der Region Charkiw gesprochen. Das Ziel hinter den russischen Angriffen dort sei es, „unsere Kräfte auseinanderzuziehen und die Moral zu untergraben“.

Ukraine: Charkiw „fast rund um die Uhr“ unter Beschuss

Zuvor hatte bereits der ukrainische Gouverneur der Region mitgeteilt, dass die Grenzgebiete „fast rund um die Uhr“ unter russischem Beschuss stünden. Dies gelte für das gesamte Grenzgebiet der Region Charkiw, erklärte Oleh Synehubow in Online-Medien. 

Der ukrainische Armeechef Oleksandr Syrsky erklärte am Sonntag, dass „die Versuche, unsere Verteidigung zu durchbrechen, gestoppt worden“ seien. Er räumte jedoch ein, dass sich die Situation in der Region Charkiw „bedeutend verschlechtert“ habe und „kompliziert“ bleibe. Die ukrainischen Streitkräfte „tun alles, was sie können, um ihre Verteidigungslinien aufrechtzuerhalten und dem Feind Schaden zuzufügen“, betonte Syrsky.

Am Freitag hatte die russische Armee ukrainischen Angaben zufolge eine Bodenoffensive in der Region Charkiw mithilfe von gepanzerten Fahrzeugen gestartet und versucht, in Richtung der Ortschaft Lypzi und der Stadt Wowtschansk vorzurücken. Nach Angaben des Telegram-Kanals „Deepstate“, der der ukrainischen Armee nahesteht, nahm die russische Armee während ihrer Offensive bereits ein Gebiet von rund hundert Quadratkilometern ein. „Der Feind rückt weiter auf Wowtschansk vor“, hieß es weiter.

Ukraine greift Tanklager und Umspannwerk in Russland an

Die Ukraine griff derweil nach Angaben aus Verteidigungskreisen in Kiew ein Tanklager und ein elektrisches Umspannwerk im Westen Russlands mit Drohnen an. Demnach handelte es sich um eine Aktion des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU.

Das Tanklager befindet sich den Angaben zufolge in der russischen Grenzregion Belgorod, das Umspannwerk in der weiter von der Grenze entfernt liegenden Nachbarregion Lipezk. Die Behörden in Belgorod bestätigten den Angriff zunächst nicht. Der Gouverneur von Lipezk, Igor Artamonow, erklärte, ein Umspannwerk sei in Flammen aufgegangen, ohne die Ukraine direkt dafür verantwortlich zu machen.

Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte zuvor den Abschuss von 31 ukrainischen Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Halbinsel Krim gemeldet. Am Sonntag waren in der Stadt Belgorod nach Behördenangaben bei einem ukrainischen Luftangriff 15 Menschen getötet worden. Russland und die Ukraine hatten in den vergangenen Wochen die Angriffe auf Energiestandorte der jeweils anderen Seite ausgeweitet.

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