Nach Ansicht der scheidenden US-Regierung sollte die Ukraine ihr Mindestalter für die Mobilisierung zum Wehrdienst herabsetzen. Das Land stehe vor einem „existenziellen“ Rekrutierungsproblem, erklärte ein hochrangiger Regierungsbeamter am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur AFP. „Die einfache Wahrheit ist, dass die Ukraine derzeit nicht genügend Soldaten mobilisiert oder ausbildet, um ihre Verluste auf dem Schlachtfeld zu ersetzen und gleichzeitig mit Russlands wachsendem Militär Schritt zu halten“. Das sei „einfache Mathematik“, zitiert auch AP einen US-Regierungsbeamten.
Auf die Frage, was Washington als angemessenes Mindestalter für die Mobilisierung ansehe, antwortete der Beamte laut AFP, dass „wir es für sinnvoll halten, dass sie eine Absenkung des Rekrutierungsalters auf 18 Jahre in Erwägung ziehen“. In den USA gilt die gleiche Altersmarke. Die Ukraine hatte das Mindestalter für die Mobilisierung nach der Invasion Russlands bereits von 27 auf 25 herabgesetzt.
USA: Unterstützung für Ukraine nicht vom Mindestalter abhängig
Das Weiße Haus stellte später klar, dass die massiven US-Militärhilfen für die Ukraine nicht von einer Änderung des Mindestalters abhängig gemacht würden. „Wir werden der Ukraine auf jeden Fall weiterhin Waffen und Ausrüstung schicken. Wir wissen, dass das lebenswichtig ist“, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates in Washington, John Kirby. Dasselbe gelte aber auch für die Bemannung.
Die USA seien der Auffassung, dass Kräfte das „Wichtigste“ seien, was die Ukraine brauche, fuhr Kirby fort. „Daher sind wir auch bereit, unsere Ausbildungskapazitäten zu erhöhen, wenn sie geeignete Maßnahmen ergreifen, um ihre Reihen aufzufüllen.“
Das Weiße Haus hat seit dem Beginn des Ukrainekrieges im Februar 2022 mehr als 56 Milliarden Dollar an Sicherheitshilfe für die Ukraine bereitgestellt. Weitere Milliarden sollen nun nach Kiew geschickt werden, bevor US-Präsident Joe Biden sein Amt niederlegt.
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