Ukraine-Krieg

Ukraine meldet Angriff auf russischen Luftwaffenstützpunkt auf der Krim

Der Ukraine gelingt eigenen Angaben zufolge ein „erfolgreicher“ Einsatz. Die Armee attackiert einen Flugplatz auf der Krim.

Team News AFP/BLZ
3 Min
Ein Güterzug fährt über die Eisenbahnverbindung der Krim-Brücke, die das russische Festland und die Halbinsel Krim über die Straße von Kertsch verbindet.

Ein Güterzug fährt über die Eisenbahnverbindung der Krim-Brücke, die das russische Festland und die Halbinsel Krim über die Straße von Kertsch verbindet.

© notcredited/AP

Die Ukraine hat laut eigenen Angaben zufolge einen großen russischen Flugplatz auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Der ukrainische Militärgeheimdienst, kurz SBU, sprach am Donnerstag von einem „erfolgreichen“ Einsatz, bei dem unter anderem Radaranlagen und Luftverteidigungssysteme beschädigt worden seien. Die Anzahl getroffener Flugzeuge, beziehungsweise die Verluste auf russischer Seite würden noch geklärt, hieß es weiter.

Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge bereits am frühen Mittwochmorgen auf dem Luftwaffenstützpunkt Dschankoi im Norden der Krim. Noch am selben Tag waren in Onlinediensten Videos von Explosionen, begleitet von Sirenen, aufgetaucht, die Kiew zunächst nicht kommentiert hatte. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff später und sprach von einem „richtigen Treffer gegen den Besatzer“. Auch in den sozialen Medien finden sich Posts zu dem Angriff auf dem Flugplatz. Demnach sollen unter anderem auch vier S-400 Flugabwehrraketenwerfer und drei Radarerkennungssysteme zerstört oder beschädigt worden sein. 

Russland setzte seine Angriffe auf die Ukraine unterdessen fort. Beim Beschuss der ostukrainischen Region Donezk wurden Behördenangaben zufolge zwei Menschen getötet. Gouverneur Wadym Filaschkin erklärte im Onlinedienst Telegram, Russland habe „innerhalb eines Tages 17 Mal auf Siedlungen in der Region Donezk geschossen“. Mehr als 120 Menschen wurden demnach aus dem Frontgebiet evakuiert, darunter 13 Kinder.

Selenskyj bittet um weitere Waffen, auch Luftabwehrsysteme

Der ukrainische Energieversorger DTEK und die ukrainische Regierung riefen angesichts einer Reihe russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur dazu auf, den Energieverbrauch in den Abendstunden einzuschränken. „Gemeinsam mit unseren Kollegen tun wir alles, um den zuverlässigen Betrieb des Stromnetzes zu gewährleisten, aber wir brauchen dringend Ihre Hilfe“, erklärte DTEK. „Wir bitten die Unternehmen und alle Familien, Strom zu sparen.“ Das Energieministerium schloss sich der Bitte an und verwies auf Energieimporte aus Rumänien, Polen und der Slowakei, um Verbrauchsausfälle zu decken.

Die Ukraine befindet sich in einer zusehends schwierigen Lage. Präsident Selenskyj hat die Verbündeten wiederholt aufgefordert, mehr Luftabwehrsysteme an Kiew zu liefern, um die kritische Infrastruktur des Landes zu schützen. Zudem verbuchte die russische Armee in den vergangenen Wochen im Osten der Ukraine eine Reihe von Geländegewinnen.

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