Durch den jüngsten russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind mindestens 21 Menschen getötet worden. Darunter sind auch drei Kinder, teilte der Katastrophenschutz des Landes auf Telegram mit. Rettungskräfte setzen ihre Suche nach Vermissten in einem Gebäude im Stadtteil Darnytskyji weiterhin fort, hieß es.
Dort wurde ein Wohnhaus stark beschädigt. Nach Behördenangaben wurden alle 18 Wohnungen des Gebäudes zerstört, wie AP berichtete. Tymur Tkachenko, Leiter der Kiewer Stadtmilitärverwaltung, erklärte dem Bericht zufolge, neun Menschen seien getötet worden, etwa 20 Personen würden vermisst. Klitschko rief den Freitag zum Trauertag für die Opfer aus.
Selenskyj: Militär soll „mögliche Formate für Reaktion“ vorbereiten
Der ukrainische Präsident Selenskyj erklärte laut AP, Russland habe ballistische Raketen und Marschflugkörper gegen die Ukraine eingesetzt. Seit Mittwoch habe Moskau mehr als 1560 Drohnen gegen ukrainische Siedlungsgebiete abgefeuert und landesweit rund 180 Objekte beschädigt, darunter Dutzende Wohnhäuser.
Selenskyj wies das Militär laut einem Bericht des Kyiv Independent an, „mögliche Formate für unsere Reaktion“ auf den Angriff vorzubereiten. Er erklärte weiter, dass eine Kh-101-Rakete, die ein Gebäude in Kiew getroffen hatte, nach vorläufigen Informationen im zweiten Quartal dieses Jahres hergestellt werde. Dies zeige, dass Russland trotz Sanktionen für Raketenproduktion benötigte Komponenten importiert.
Selenskyj empfängt Kanzleramtschef und BND-Leiter
Mehrere europäische Politiker verurteilten den Angriff, darunter EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Von der Leyen sprach von „einem der längsten und heftigsten Drohnenangriffe gegen die Ukraine“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb auf X, Moskau ziehe „eine Eskalation Verhandlungen vor“. Der Krieg dauert seit mehr als vier Jahren an; die von den USA vermittelten Friedensgespräche brachten bislang keinen Durchbruch.
Der ukrainische Präsident teilte am Donnerstag auf X mit, er habe den Leiter des Bundeskanzleramtes, Thorsten Frei, und BND-Chef Martin Jäger empfangen. „Nach dem massiven Angriff Russlands gab es wichtige Signale der Unterstützung“, erklärte Selenskyj auf X.
Es sei besprochen worden, wie Vereinbarungen mit Deutschland zur Luftverteidigung beschleunigt werden könnten. Zudem sei über ein Drohnenabkommen gesprochen worden, das die Ukraine Deutschland vorgeschlagen habe. Man sei bereit, „diejenigen zu stärken, die uns gestärkt haben“, schrieb Selenskyj.
Das russische Verteidigungsministerium sprach laut Kyiv Independent von einem „massiven Vergeltungsschlag“ als Reaktion auf ukrainische Angriffe. Bei ukrainischen Angriffen auf die russische Stadt Rjasan in der Nacht zu Freitag starben drei Menschen, mindestens zwölf wurden verletzt, wie der Gouverneur der Region, Pawel Malkow, laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax mitteilte. (mit AFP)
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