Bei einem russischen Angriff auf Kiew wurden in der Nacht zum Donnerstag fünf Menschen getötet und mindestens 23 weitere verletzt, erklärte die Militärverwaltung laut der Nachrichtenagentur AFP. Im Bezirk Browary in der Region um die ukrainische Hauptstadt meldete der zuständige Gouverneur zudem einen Toten und einen Verletzten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach zu einem späteren Zeitpunkt von zwölf Toten in Kiew und rund 40 Verletzten. „Es handelte sich um einen massiven Angriff“ mit verschiedenen Arten von ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen, schrieb er auf X. Neben Wohnhäusern seien ein Kinderkrankenhaus und eine Schule beschädigt worden.
Kurz nach Mitternacht Ortszeit wurden laut Kyiv Independent zahlreiche Explosionen in mehreren Stadtteilen gemeldet. Der Angriff dauerte dem Bericht zufolge Stunden – eine weitere Explosionswelle meldete der Kyiv Independent um 6.17 Uhr.
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Schäden an Wohnhäusern, Kinderkrankenhaus gemeldet
Im Stadtteil Solomjanskyj fielen laut Bürgermeister Vitali Klitschko Trümmer nahe eines fünfstöckigen Wohnhauses, zerstörten Fenster und lösten ein Feuer aus. Ein weiteres Gebäude wurde nach seinen Angaben zwischen dem achten und neunten Stock eines neunstöckigen Wohnhauses beschädigt.
Ein Gebäude eines Kinderkrankenhauses in diesem Bezirk wurde laut Kyiv Independent ebenfalls getroffen; dem Bericht zufolge barsten die Fenster, auf dem Klinikgelände brannten Autos.
Die Kiewer Militärverwaltung meldete mindestens zwölf Orte, an denen es zu Angriffen kam, in den Bezirken Darnyzkyj, Swjatoschynskyj und Solomjanskyj, berichtet der Kyiv Independent. Beschädigt wurden demnach Wohnhäuser, eine nicht näher beschriebene Bildungseinrichtung sowie mehrere Lagerhallen. Laut Klitschko kam es in Teilen der Stadt zu Stromausfällen.
Ukraine: Mangel an Abfangraketen
Die ukrainische Luftwaffe warnte laut Kyiv Independent während des Angriffs vor ballistischen Raketen, die auf die Hauptstadt zuflogen – darunter auch Raketen des Typs Zircon, die aus der russischen Region Kursk abgefeuert wurden. Die Ukraine verfügt dem Bericht zufolge nicht über genügend Abfangraketen für die Patriot-Luftabwehrsysteme, die ballistische Raketen abfangen können.
Die Ukraine arbeitet nach Angaben des Kyiv Independent an einem eigenen Abwehrsystem gegen ballistische Raketen. Das Unternehmen Fire Point, das hinter den Angriffsdrohnen FP-1 und FP-2 sowie den Marschflugkörpern „Flamingo“ steht, entwickelt demnach das System „Freya“, das speziell auf anfliegende ballistische Raketen ausgelegt ist.
Sacharowa: Russland zu neuen Treffen mit US-Unterhändlern bereit
Russland meldete ebenfalls Angriffe. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax, über Moskau seien insgesamt 20 anfliegende Drohnen abgeschossen worden. Über der Region Tula seien nach Angaben von Gouverneur Dmitri Miljajew 19 ukrainische Drohnen zerstört worden. Opfer oder Schäden habe es dort nicht gegeben, erklärte er laut Interfax.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte laut Reuters in diesem Monat, die Ukraine habe den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner Vorschläge für einen Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt; zudem habe er wiederholt um Abfangraketen gebeten. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte laut Interfax, Moskau habe keine konkreten Vorschläge für neue Treffen mit US-Unterhändlern erhalten, sei aber kurzfristig zu einem Gespräch bereit.
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