Ukraine-Krieg

Ukraine meldet: Russische Bodenoffensive in Charkiw gestoppt

Die Armee habe die russischen Truppen im Bereich Charkiw gestoppt und führe Gegenoffensiven durch, hieß es vom ukrainischen Militär. Die Lage sei aber „schwierig“.

Team News AFP/dpa/BLZ
3 Min
Ein ukrainischer Soldat bringt eine Drohne zur Startposition, bevor er sie über russische Stellungen in der Region Charkiw fliegen lässt. 

Ein ukrainischer Soldat bringt eine Drohne zur Startposition, bevor er sie über russische Stellungen in der Region Charkiw fliegen lässt. 

© Evgeniy Maloletka/AP

Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge eine russische Bodenoffensive in der östlichen Region Charkiw gestoppt. „Die ukrainischen Verteidigungskräfte haben die russischen Truppen im Bereich Charkiw gestoppt und führen Gegenoffensiven durch“, erklärte die ukrainische Armee am Freitag in Onlinediensten. Ein Vertreter des Generalstabs bezeichnete die Lage als „schwierig“, aber „stabil und unter Kontrolle“.

Zuvor hatte Armeechef Oleksandr Syrskyj bereits erklärt, die Vorstöße der russischen Armee in der Region im Nordosten der Ukraine seien ins Stocken geraten. In Straßenkämpfen um die Grenzstadt Wowtschansk hätten sich die Truppen aus Moskau „völlig verzettelt und sehr hohe Verluste bei den Angriffseinheiten erlitten“, erklärte Syrskyj in Onlinenetzwerken. Für den Versuch, die Stadt einzunehmen, verlege Russland derzeit „Reserven aus verschiedenen Bereichen“ – jedoch ohne Erfolg, fügte er hinzu.

Das etwa fünf Kilometer von der russischen Grenze entfernte Wowtschansk steht derzeit im Zentrum der Bodenoffensive, die Russland vor zwei Wochen im Nordosten der Ukraine gestartet hatte. Dabei erzielten die russischen Truppen bislang die größten Geländegewinne seit Ende 2022.

Infolge der Kämpfe mussten nach Angaben von Regionalgouverneur Oleh Synegubow bislang mehr als 11.000 Menschen in dem Gebiet ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Am Donnerstag waren bei russischen Angriffen auf die Stadt Charkiw nach Angaben der Behörden sieben Menschen getötet worden.

Auf dem Gelände einer Druckerei im Süden von Charkiw schlugen zwei S300-Flugabwehrraketen ein. 

Auf dem Gelände einer Druckerei im Süden von Charkiw schlugen zwei S300-Flugabwehrraketen ein. 

© Nicolas Cleuet/Le Pictorium via ZUMA Press/dpa

Weiterer Fliegerbombenangriff auf Charkiw

Auch in der Nacht auf Freitag schlugen ukrainischen Angaben zufolge zwei Gleitbomben in der Großstadt Charkiw ein. Verletzte habe es nach vorläufigen Angaben dieses Mal nicht gegeben, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Mehrere Wohnhäuser und ein unbewohntes Gebäude seien leicht beschädigt worden.

Die staatliche ukrainische Bahngesellschaft meldete am Freitag erneut eine Reihe russischer Angriffe auf die Eisenbahninfrastruktur um Charkiw. Dabei seien Schienen, Waggons und Gebäude beschädigt worden, hieß es. 

Selenskyj reist nach Charkiw

Angesichts der Angriffe in der Region reiste der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag in die Stadt Charkiw. Er habe dort Treffen zur Verteidigung der Region und zur Wiederherstellung der schwer beschädigten Energieinfrastruktur geleitet, teilte er auf X mit.

Unterdessen gerieten die ukrainischen Streitkräfte laut Armeechef Syrskyj an der Front im Donbass im Osten des Landes zunehmend unter Druck. Die Kämpfe in der Nähe der Städte Tschassiw Jar, Pokrowsk und Kurachowe seien besonders „intensiv“, sagte er. Dort hatte Moskau eigenen Angaben zufolge in den vergangenen zwei Wochen eine Reihe von Vorstößen unternommen.

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