Der ukrainische Oligarch Ihor Kolomojskyj wurde offiziell wegen angeblicher Finanzmanipulationen im Zusammenhang mit seinen Öl- und Gasbeständen angeklagt, wie Ukrainska Pravda berichtet. In den sozialen Medien veröffentlichte der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) einige Bilder und Videoaufnahmen, in denen man Polizeibeamte kurz vor der Durchsuchung von Kolomojskyjs Wohnung sehen kann. Dem 60-Jährigen werden Betrug und Geldwäsche vorgeworfen.
In seiner Erklärung sagte der ukrainische Sonderdienst, dass Kolomojskyj beschuldigt wird, im Zeitraum von 2013 bis 2020 mehr als eine halbe Milliarde Griwna (etwa 12,3 Millionen Euro) legalisiert zu haben. Der Oligarch habe das Geld ins Ausland überwiesen und dabei die Infrastruktur kontrollierter Bankinstitute benutzt. Der SBU teilte mit, dass die vorgerichtlichen Ermittlungen unter der Leitung der Generalstaatsanwaltschaft fortgesetzt werden.
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Zuletzt wurden Kolomojskyjs Räumlichkeiten im Februar durchsucht. Der Oligarch hielt Anteile an zwei Ölunternehmen, Ukrnafta und Ukrtatnafta, die im letzten November unter Kriegsrecht beschlagnahmt wurden, nachdem der ukrainische Sicherheitsdienst mitgeteilt hatte, die Veruntreuung von etwa einer Milliarde Euro aufgedeckt zu haben. Im Jahr 2016 verstaatlichte die ukrainische Regierung die PrivatBank, die größte Bank des Landes, als Kolomojskyj Mitbesitzer war. Die betrügerischen Aktivitäten der Bank hinterließen ein Loch von 4,7 Milliarden Euro.
Umstrittene Beziehungen zwischen Kolomojskyj und Selenskyj
Wegen seiner Verbindungen zu dem Oligarchen wird auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert. Bevor Selenskyj zum Präsidenten gewählt wurde, spielte er nämlich in einer TV-Serie einen Gymnasiallehrer, der gegen alle Erwartungen zum Präsidenten der Ukraine wurde. Die Serie, die denselben Titel wie seine heutige Partei trägt, „Diener des Volkes“, wurde zwar von Selenskyj selbst produziert, jedoch wurde sie auf dem Sender 1+1 ausgestrahlt, der Kolomojskyj gehört.
Im Oktober 2021 kamen Selenskyj und Kolomojskyj in den Pandora-Papers (PP) vor, eine Sammlung von Dokumenten, die Informationen über Offshore-Finanzaktivitäten von Politikern, Prominenten und Geschäftsleuten weltweit enthüllen. Dem Bericht zufolge hat Selenskyj etwa 34,2 Millionen Euro aus Strukturen erhalten, die mit dem Oligarchen verbunden sind. Dieser Betrag wurde den PPs zufolge auf Offshore-Konten überwiesen, die Selenskyj und einigen engen Vertrauten gehören.
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