Das Verhältnis zwischen Vorgänger und Nachfolger kann schwierig sein. Ein Vorgänger sieht die Arbeit desjenigen, der nun nach ihm seine Aufgaben erfüllt, oft kritisch und hält sich für denjenigen, der alles besser gemacht hat.
Im besten Fall schweigt er darüber. Nicht so der einstige ukrainische Botschafter in Berlin Andrij Melnyk, der Mitte 2022 abberufen wurde und nun Vizeaußenminister in Kiew ist.
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In einem Interview mit der Zeit hat er sich abfällig über seinen Nachfolger in der ukrainischen Botschaft in Berlin geäußert, über Oleksij Makejew. Vor einem Jahr hätten die Ukrainer die Debatte über Waffenlieferungen in Berlin kräftig mitbestimmen und sogar steuern können, sagt er. Sein Nachfolger handhabe das anders: „Jetzt schwimmen wir nur noch mit dem Strom, lassen uns treiben. Wir wurden zurückgeworfen, lächeln und winken. Unsere Offensive kommt, und die Deutschen denken: 18 Leoparden geliefert, abgehakt, finito. Als ob man mit diesen Panzern schon den Krieg gewonnen hätte.“
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Die Ampel habe PR-mäßig toll die deutsche Öffentlichkeit überzeugt, dass nun bei der Militärhilfe alles in Butter sei. Aber das stimme ja nicht. „Und statt weiterzutrommeln, wiederholt mein Nachfolger mantraartig: Danke, Deutschland.“
Melnyk wurde mit seinen undiplomatischen Äußerungen in Deutschland bekannt. Olaf Scholz nannte er eine beleidigte Leberwurst, einen anderen SPD-Politiker bezeichnete er als Arschloch. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer lud er mit den Worten aus der Ukraine aus: „Ich habe Sie in die Ukraine eingeladen. Diese Einladung ist annulliert. Sie sind UNERWÜNSCHT. Punkt.“
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