Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Dienstag seine Bereitschaft für direkte Friedensgespräche mit der Ukraine signalisiert. „Wir sind auch bereit, nach dem Waffenstillstand in jedem beliebigen Format zu Gesprächen zu kommen“, sagte der ukrainische Präsident bei einem Briefing gegenüber Journalisten.
Für Selenskyj ist dabei die von Russland um den vergangenen Ostersonntag ausgerufene Waffenruhe ein Beleg, dass es einzig von Moskau abhängt, den Beschuss zu verringern. „Aber bis zu einer bedingungslosen Waffenruhe ist es noch sehr weit“, unterstrich der Präsident.
Der Kreml hatte zuvor erklärt, dass bislang keine direkten Gespräche zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Selenskyj geplant seien. Am Montag hatte Putin erstmals direkte bilaterale Gespräche über die Ausweitung eines Moratoriums von Angriffen gegen bestimmte Objekte in den Raum gestellt. Am Tag darauf relativierte Putins Sprecher Dmitri Peskow die Äußerungen des Kremlchefs jedoch.
Ukrainekrieg: Putin will über Verlängerung der Waffenruhe nachdenken
Putin habe wiederholt gesagt, er sei bereit, Probleme durch Verhandlungen zu lösen. „Dies ist eine weitere Wiederholung dieser Bereitschaft“, sagte Peskow gegenüber Journalisten. „Wenn die ukrainische Seite offen und bereit ist, sollten möglicherweise Schritte unternommen werden, um die rechtlichen Hindernisse für solche Kontakte aus dem Weg zu räumen“, fügte Peskow hinzu.
Russland habe registriert, dass die Ukraine versuche, beim Thema Waffenruhe die Initiative zu ergreifen, eine Verlängerung anstrebe oder weitere Objekte vom Beschuss ausnehmen wolle, sagte Putin am Ostermontag. „Wir müssen darüber nachdenken“, fügte er hinzu. Zwar zeigte er sich gegenüber dem von Kiew vorgeschlagenen Verzicht auf Angriffe auf zivile Anlagen skeptisch. Er sei aber bereit, solche Fragen in bilateralen Gesprächen zu klären, sagte Putin. Bislang laufen die Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zwischen Moskau und Kiew nur indirekt – wobei sich die USA zuletzt als Vermittler eingeschaltet haben.
Ukraine-Gespräche in London
Außenminister und Sicherheitsberater der USA, mehrerer europäischer Verbündeter sowie der Ukraine wollen an diesem Mittwoch in London ihre Beratungen über eine Beendigung des russischen Angriffskriegs fortsetzen. Wie britische und US-amerikanische Medien berichteten, sollen auch US-Außenminister Marco Rubio und die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Keith Kellogg an dem Treffen teilnehmen. Gastgeber ist der britische Außenminister David Lammy. Deutschland wird durch den außen- und sicherheitspolitischen Berater des Bundeskanzlers, Jens Plötner, und den Politischen Direktor im Auswärtigen Amt, Günter Sautter, vertreten.
Trumps Sonderbeauftragter Witkoff wird in dieser Woche zudem in Moskau erwartet, wie russische Staatsmedien am Dienstag unter Berufung auf Kreml-Berater Juri Uschakow berichteten.
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