Die von Kremlchef Wladimir Putin verkündete Feuerpause vor dem Weltkriegsgedenken in Moskau scheint in der Nacht gebrochen worden zu sein. Eigentlich sollten gemäß Putins Ankündigung ab Mitternacht Ortszeit (23 Uhr MESZ am Mittwoch) bis Samstag die Waffen schweigen. Doch kurz danach meldete die ukrainische Luftwaffe Lenkbomben-Abwürfe russischer Flugzeuge über der Region Sumy.
Umgekehrt habe es im westrussischen Lipezk Drohnenalarm und nächtliche Angriffe gegeben, teilte Gouverneur Igor Artamonow auf Telegram mit. Die Angaben beider Seiten ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Putin wollte mit der dreitägigen Feuerpause die Feiern zum Gedenken an den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg vor 80 Jahren schützen. Höhepunkt der Festlichkeiten wird eine große Militärparade in Moskau vor ausländischen Gästen am Freitag sein.
Ukraine: Sicherheit der Besucher der Parade in Moskau nicht garantiert
Die Ukraine hatte den Vorstoß des Kremlchefs als Theaterdonner zurückgewiesen und erklärt, sie könne die Sicherheit der Besucher bei der Parade nicht garantieren. Kiew fordert stattdessen eine 30-tägige Feuerpause. Während eines kurzen, von Russland verkündeten Waffenstillstands an Ostern, hatte Kiew nach eigenen Angaben hunderte Verstöße durch Russland festgestellt.
Auch nur wenige Stunden vor Inkrafttreten der Feuerpause hatten Russland und die Ukraine einander mit Luftangriffen überzogen. Dabei wurden in der Ukraine mindestens zwei Menschen getötet, in Russland unterbrachen mehrere Flughäfen ihren Betrieb.
Der russische Präsident Putin hatte die dreitägige Feuerpause als „humanitäre“ Geste bezeichnet. Zuvor hatten die USA unter Präsident Donald Trump Moskau gedrängt, den Angriff auf die Ukraine zu stoppen.
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